Kit Modellbauschule Teil 8

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Ein Sonderheft von

A: € 10,90 I CH: sFr. 19,80 I BeNeLux: € 11,40

Moderne und historische Militärfahrzeuge perfekt bemalen

MODELLBAUSCHULE TEIL 8

Von José Luis López Ruiz Redaktion Berthold Tacke

Modellbauschule TEIL 8

So gelingt das optimale Finish !

Techniken im Überblick

Die große Lackierschule

Wie Sie eine Bemalung planen und durchführen

chritt, Schritt für SBild : Bild für Alles

über Farben, Material und Werkzeug

Undwiegroß istdeiner? Nicht nur auf dem Acker kommt es auf die Größe an. Deshalb erscheint jede Ausgabe von TRAKTORXL immer mit XL-Poster im Format DIN A2 in der Heftmitte! Und das ist richtig groß ...

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GeraMond Verlag GmbH, Infanteriestraße 11a, 80797 München

5000 CLAAS XERION

U E N SK O I K M A

Mehr Power. Mehr Leidenschaft.

Meine Ideen

Unglaubliche Produktvielfalt Manche davon sind unglaublich speziell für ganz genau definierte Darstellungszwecke wie zum Beispiel die naturgetreue Wiedergabe von Schmiermitteln, Ölen, Rost und zerkratzten oder abgeblätterten Oberflächen und noch vieles mehr. Als ich im Jahr 2008 damit begann, regelmäßig Modelle zu bauen, kaufte ich so ziemlich jedes Produkt, das ich sah. Ich muss zugeben: Ich war geradezu davon besessen, jedes Weatheringprodukt, jedes neue Werkzeug oder jeden interessanten Bausatz auf dem Markt zu kaufen. Dabei war mir oft nicht klar, ob das Erstandene nützlich war oder mir helfen würde. Ich brauchte es auf jeden Fall! Natürlich waren viele dieser Dinge nützlich und sind es bis auf den heutigen Tag. Jetzt einige Jahre später werden immer noch neue und interessante Produkte auf den Markt geworfen, und ich kaufe auch einige davon. Aber die Grundmaterialien, die ich verwende, bilden bei mir eine Konstante.

Literatur im Übermaß Muss ich noch etwas zu der großen Fülle neuer Magazine, neuer Modellbaubücher, historischer und technischer Bücher und den vielfältigen Informationen aus kürzlich geöffneten Archiven sagen? Jeden Tag werden neue Bücher veröffentlicht, die neue und noch nie zuvor gezeigte Bilder und neue technische Dokumentationen enthalten. Und allein schon im Fernsehen sehen wir unglücklicherweise jede Menge MilitärKit-Modellbauschule VIII

fahrzeuge im Einsatz oder zerstört in verschiedenen Konflikten der Gegenwart. Wir haben daher alle Mittel, die man benötigt, um Modelle zu bauen. Wir haben lediglich keine Entschuldigung, es nicht zu tun!

Foto: José Luis López Ruiz

In den vergangenen Jahren machte die Redensart die Runde, dass wir in „Goldenen Zeiten des Modellbaus“ leben. Und das ist in der Tat auch so! Täglich werden wir mit neuen und atemberaubenden Modellen überrascht. Die meisten „Wunschlisten“ sind daher bereits abgearbeitet. Der Wettbewerb ist brutal. Ein und das gleiche zuvor noch nicht erhältliche Modell eines Fahrzeugs, sei es auch noch so atypisch oder merkwürdig, wird manchmal von verschiedenen Marken zur gleichen Zeit auf den Markt geworfen. Selbst unsere kühneren Träumen entstammenden Wünsche sind bereits erfüllt worden oder werden es früher oder später. Aber wir können nicht nur auf beinahe alle existierenden Militärfahrzeuge der Geschichte als Bausatz zurückgreifen, sondern uns steht auch ein überwältigendes Sortiment an Farben und Verwitterungsprodukten zur Verfügung.

Was hindert uns? Aber könnten wir nicht vielleicht auch schon zu viel des Guten haben, um alles anzuwenden? Ist der Bau eines Modells nicht fast schon eine unlösbare Herausforderung geworden? Benötigen wir wirklich all die erhältlichen Weatheringprodukte, um die passende Fahrzeuggrundfarbe oder die richtige Bodenfarbe für Schlamm und Staub zu erhalten? Meiner Meinung verweisen genau diese Fragen auf die exzessive Spezialisierung des Hobbys, einer Zeitbombe aber, welche unser Hobby, so wie wir es kennen, als Ganzes zu bedrohen vermag. Im Zuge meiner Modellbaukarriere habe ich viele Modellbauer getroffen, die ein Modell perfekt zusammengebaut haben, die über alle benötigten Farben und Weatheringprodukte (für dieses und fünf weitere Leben) verfügen, die aber starr vor Angst waren, ihre Airbrush zu verwenden. Oder aber sie hatten zahlreiche Zweifel und Unsicherheiten zu vielen grundlegenden Fragen, die sich auf all das Material, das sie in ihren Modellbauzimmern angehäuft hatten, bezogen. Sie hatten alle Teile des Puzzles, aber sie hatten sich verirrt und wussten nicht, wo sie anfangen sollten. Sie alle waren auf der Suche nach Wunderlösungen oder aber vertrauten ihr ganzes Schicksal den Schrittfür-Schritt-Anleitungen anderer Modellbauer an, ohne auch nur nach den Hintergründen für diesen oder jenen Schritt zu fragen.

Ich werfe meinen Hut in den Ring Daher entschloss ich mich, ein Magazin zu schreiben, das denen hilft, die nicht wissen, wo sie beginnen sollen! Dieses Magazin versucht nicht nur einfach, eine Sammlung von mit mehr oder weniger Geld, Geschmack oder Erfolg gebauten Modellen sondern ebenso einfach eine Aneinanderreihung von Artikeln zu sein, die man in dutzenden exzellenter Magazine weltweit finden kann. Ich werde versuchen, den gesamten Bemalungsprozess beginnend mit einer ersten Idee und Vorstellung des fertigen Modells in unserem Kopf über verschiedene Zwischenstufen, zu entwickeln. Diese Zwischenstufen dienen schlichtweg einer schrittweisen und gut

nachvollziehbaren Umsetzung der zugrunde liegenden Idee. Das scheint mir ein heute im Modellbau fast schon vergessener Zugang zu sein. Ein Magazin für Anfänger also? Nicht allein nur das, da ich hoffe, dass einige Tipps ebenso für den routinierten und sogar den weiter fortgeschrittenen Modellbauer nützlich sein werden. Doch wie überall, die Zukunft gehört den Anfängern und Einsteigern dieser Welt! Einige Techniken, die ganz grundlegend entscheidend sind für ein gutes Ergebnis, werde ich besonders erklären. Denn diese werden meist entweder unterschätzt oder ganz einfach in Zeitschriften und Büchern als bekannt vorausgesetzt. All diese sind in einen logischen Ablauf eingebunden, wo uns jeder einzelne Schritt allmählich aber stetig dem gewünschten Resultat näher bringt und jeder einzelne davon notwendig für das Endergebnis ist. Ein gutes Resultat beim Modellbau liegt schon in der Basis oder den Anfängen beim Bau begründet. Es gibt definitiv keine „Wunderschritte“, die unser Modell plötzlich exzellent erscheinen lassen. Das Ergebnis – und das ist die Hauptargumentationslinie dieses Buches – ist stets eine Summe von Effekten, die erst dann zur Gänze sichtbar wird, wenn wir den Gesamtmodellbauprozess abgeschlossen haben. Und in dieser Hinsicht sind Selbstvertrauen und Glaube an das Gelingen beim Bau eines tollen Modells genauso wichtige Voraussetzungen wie Werkzeuge und Materialien. Wir haben alle verschiedene Geschmäcker und so stecken wir in einer nicht enden wollenden Diskussion. Bei dieser geht es immer um die Entscheidung zwischen angestrebtem Realismus oder ästhetischem Resultat. Obwohl ich Techniken verwende und detailliert erkläre, die versuchen, meine Modelle realistisch erscheinen zu lassen, so ist daneben auch der ästhetische Zugang die andere Hauptlinie, die sich durch dieses Magazin zieht. José Luis López Ruiz 3

Effektiv: Die Schwarz-Weiß-Technik ermöglicht eine schattierungsreiche Grundlackierung

Materialien Grundierungen Grundierungen sind das Fundament, auf dem Modellbauer ihre Bemalungen errichten. Das sollten Sie wissen! Acryl- und Enamelfarben Acryl- und Enamelfarben sind zwei Pole in der Farbenwelt und dennoch sind sie im Modellbau unverzichtbar Washes Wenn es um Tiefe und Struktur auf Modelloberflächen geht, dann sind Washes das Mittel der Wahl Ölfarben Sie sind der beste Freund des Modellbauers! Ohne sie wären viele Effekte nicht machbar Klarlacke Zum Schutz und für den Glanz, so könnte man wohl kurz die Hauptaufgaben dieser Produktgruppe umbschreiben Spezialprodukte Der Modellbau der Gegenwart bietet eine reiche Palette an Mitteln für spezifische Zwecke. Hier die Wichtigsten Airbrush Militärfahrzeugbemalung ohne ihr wichtigstes Werkzeug, nein danke! Das sollten Sie wissen Pigmente Teure Pulver kennt man doch von Miami Vice. Pigmente kommen in Pulverform daher, sind relativ teuer, dennoch legal und äußerst nützlich. Wo? Erfahren Sie hier mehr! 4

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Bemalungskonzepte 6

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Von der Grundierung zur Schlammschlacht In einer tabellarischen Übersicht der klassischen Bemalungstechniken fassen wir alle Arbeitsschritte/-techniken in ihrer Abfolge zusammen

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Die Schwarz-Weiß-Technik Eine Methode, die schnell und schnörkellos zu lebendigen Bemalungsergebnissen führt. Mit geringsten Mitteln können Sie Ihre Bemalungsergebnisse schnell verbessern

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Neu: Die SchwarzWeiß-Technik Einfarbige Tarnanstriche lassen sich mit einer gut durchdachten Schwarz-WeißBasis besonders schnell und effektiv aufwerten

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Wintertarnung anspruchsvoll Wenn verwaschene Tarnbemalung auf Fabrikanstrich trifft ...

„Grau ist alle ...” Ja, aber nicht im Modellbau, denn wir beweisen, dass Grau nicht langweilig ist SEITE

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Galerie Der Autor öffnet seine Schatztruhe und holt für Sie noch mehr Meisterwerke ans Licht

Tiran 5 Fahrzeuge, die im Nahen Osten eingesetzt wurden, verströmen ein ganz spezielles Farbenflair

Einfarbtarnanstriche beispielhaft bemalt

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Galerie

Char B2 (Flamm) – Genial einfach In der Lackierung eines deutschen Beutefahrzeugs zeigt dieser Panzergigant des Zweiten Weltkriegs seine „Lichtund Schattenseiten”

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BT-7 – Grüne Betka Russische Einfarbtarnanstriche verbinden die meisten Modellbauer mit dem Farbton 4BO. Daher demonstrieren wir musterhaft am BT-7 diesen Lackierungsklassiker

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Panzerkampfwagen VI Ausf. E – Weißer Tiger Wintertarnanstriche stehen hoch im Kurs, sind aber aufgrund ihrer schnellen und starken Abnutzung recht anspruchsvoll. Wir zeigen, was man tun muss, um eine überzeugende Bemalung zu erhalten

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M1078 – Die gepanzerte Generation Einfarbtarnung auf traditinellem Wege. Natürlich kannman ohne Schwarz-Weiß-Technik schöne Ergebnisse erzielen. Wie? Das verraten wir hier

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Tiran 5 – In die Wüste geschickt Wüsten – wie auch sehr aride Klimate stressen Lackierungen besonders. Dass die resultierende Optik auch am Modell entsteht, ist Ziel unserer Vorführung am Tiran 5

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Kit-Modellbauschule VIII

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M20 und Panzer II Ausf. C T-55 Enigma und Jagdtiger Sd.Kfz 234/2 Puma und MBT Leclerc LVT-4 Buffalo Lancaster Mk. II Panzer III Ausf. N und M50 Ontos Flakpanzer Möbelwagen und M1A2 Abrams TUSK Tiger I früh

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Nachwort Nachwort

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Alles, was man benötigt Die Bemalung eines Militärfahrzeugs will gut geplant sein, daher ist es auch entscheidend, dass man die richtigen Materialen vorhält und einsetzt

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Materialien

Ein unverzichtbarer Arbeitsschritt

Grundierung Oftmals verzichten Modellbauer darauf, ihre Werke zu grundieren. Dabei erfüllen Primer gleich mehrere unverzichtbare Aufgaben

Ist das Grundieren überflüssig? Von wegen! Primer machen dem Modellbauer das Leben deutlich leichter

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Benötigen wir wirklich all die Farben und Weatheringprodukte, die es gibt, um ein gelungenes Farbfinish zu erzielen? Nein! Wir müssen am Anfang nur von einer Handvoll Produkte genau wissen, was wir von ihnen zu erwarten haben. Auch müssen wir vollständig verstehen, wie sie funktionieren und welche Ergebnisse sie liefern. Auch sollten wir damit beginnen, die Modelle mit einer vereinfachten Methode zu bemalen. Denn von Modell zu Modell werden unsere Fähigkeiten nahezu exponentiell wachsen und wir sind dann in der Lage, allmählich immer neue Techniken und Effekte anzuwenden und einzusetzen. Durch diese werden wir dann ein attraktiveres und farblich reicheres Finish unserer Modelle erreichen. Denken Sie immer daran, dass die Bemalung eines Modells ein Prozess ist, wo jeder Einzelschritt letztlich seinen Beitrag zum Gelingen des Gesamtresultats beiträgt. Nun möchte ich Ihnen meine Lieblingsmaterialien vorstellen!

Warum sollten wir ein Modell grundieren?

besten Grundierungen? Höchstwahrscheinlich nicht für alle Modellbauer, die diese Zeilen lesen. Aber für mich und meine Art zu malen, erfüllen die genannten Vertreter der PrimerGattung alle meine Bedürfnisse. Das wären im Einzelnen: • Sehr feine Pigmentierung, da man ansonsten auch bei noch so sorgfältigem Arbeiten eine körnige Oberfläche erhält • Gute Haftgrundeigenschaften auf allen möglichen Materialien (siehe oben!) • Heller Farbton, um Baufehler zu entdecken und um das Modell unter vertikal einfallendem Licht zu betrachten • Sollten Primerfarbe und die darauf aufzutragende Grundfarbe den gleichen Farbton haben, so reicht der Primer. In diesem Fall spart man sowohl Zeit als auch Geld!

Wie wendet man Primer an? • Tamiya Surface Primer: Diesen bitte niemals direkt aus der Sprühdose auftragen! Dekantieren Sie deren Inhalt in ein Becherchen, lassen Sie die Gase entweichen, was einige Minuten dauert, und füllen Sie dann den Becherinhalt in die Airbrush um. Jetzt sind Sie bereit, den ge-

Es gibt viel wichtige Gründe, ein Modell zu grundieren: Auf Multimedia-Bausätzen, die aus einem Materialmix verschiedener Werkstoffe wie zum Beispiel Resin, Polystyrol, Vinyl, Aluminium, Kupfer, Blei, Spachtelmasse, Metall oder fotogeätzten Teilen bestehen können, hilft die Grundierung zunächst, die Modellbasis farblich zu harmonisieren. Auf besagter Grundierung (englisch: Primer) lassen sich dann alle weiteren Farbschichten angefangen bei der Grundfarbe auftragen. Ebenso reagieren nicht alle der oben genannten Materialien in gleicher Weise auf Farbe. Die Eigenschaften des Primers sorgen im Prinzip für eine auf allen Materialien durchgängig bessere Haftung der später aufgetragenen Lackschichten. So lässt sich verhindern, dass die Farbe allzu leicht von der Modelloberfläche abblättert oder abplatzt.

Den Untergrund homogenisieren Zurück zur farbhomogenisierenden Wirkung des Primers auf der Modelloberfläche! Diese unterstützt uns ebenso dabei, alle bis zu diesem Stadium aufgetretenen Baufehler leicht aufzuspüren. Das sind unter anderem unsauber oder nicht verschliffene Stellen und stehengebliebene Grate sowie nicht beseitigte Auswerfermarken und Kleberspuren. Eine graue Grundierung bringt die genannten Defizite schnell ans Tageslicht. Dagegen tendiert besonders die Kunststofffarbe des Bausatzes dazu, diese zu verschleiern. Merke! Hellgraue Farbe ist ebenso geeignet, wenn man das Modell unter vertikal einfallendem Licht daraufhin untersucht, wie und wo mögliche Licht- und Schatteneffekte aufzubringen sind. Zusätzlich sehen die grundierten Modelle meist schon besser aus und vermitteln das gute Gefühl, einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Endresultat getan zu haben.

1 Selbst auf dem Gebiet der früher so stiefmütterlich behandelten Produktgattung der Grundierungen macht sich eine nur schwer überschaubare Angebotsvielfalt bemerkbar

Welches sind die besten Primer? Eigentlich sind das die, die Ihnen am besten liegen! Ich kann Ihnen nur die nennen, die ich selbst verwende und mit denen ich mich besonders wohl fühle. Ich nutze vor allem Primer von Tamiya (Surface Primer), Gunze Sangyo (Metal Primer) und Primer von AK interactive (1, 2). Sind das die Kit-Modellbauschule VIII

2 Eine Auswahl der von mir besonders häufig genutzten und favorisierten Produkte. Ich nutze dabei Primer verschiedener Marken für jeweils ganz spezielle Einsatzbereiche

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nannten Primer gemäß der im Folgenden beschriebenen Schritte anzuwenden. • Andere Primer: Auch sie kann man meist mit der Airbrush aufbringen. Manchmal, und das hängt von Ihrem Geschmack und oder dem angestrebten Ergebnis ab, kann man den Primer mit spezifisch für ihn vorgesehenen Mitteln verdünnen. Ein nützlicher Hinweis: Nutzen Sie bitte immer als Verdünnung ein Produkt der gleichen Marke wie die des zu verdünnenden Primers. Besagtes gilt natürlich auch für Farben, Klarlacke und diverse andere Produkte. Entgegen der landläufigen Meinung sind sogenannte Universalverdünner nicht für alles universell gut. • Mr. Metal Primer: Diesen trage ich mit einem Pinsel direkt aus dem Fläschchen auf, da sich Metalloberflächen schließlich meist auf Fotoätzteiloberflächen und Kanonenrohre beschränken. Seien Sie beim Auftrag nicht zimperlich und übergenau, da dieser Primer äußerst schnell verdunstet und auf der Modelloberfläche keine störenden Spuren hinterlässt, sobald er abgetrocknet ist (3, 4). Natürlich kann man auch den Metallprimer mit der Airbrush auftragen. Bei Modellen mit Metallteilen gehe ich in der Reihenfolge so vor, dass ich zunächst die Metallteile mit Metallprimer bearbeite. Dann, wenn diese abgetrocknet sind, grundiere ich das gesamte Modell mit Tamiyas Surface Primer.

3 Mr. Metal Primer ist das Mittel der Wahl, will man dafür sorgen, dass die Lackierung später auch auf Metallteilen gut haftet

Wie trage ich den Primer richtig auf? Dies ist eine der wirklich wichtigen Modellbaulektionen: Pinsel und Airbrush/Spritzpistole sind beides Werkzeuge zum Farbauftrag, die sich in ihrer Wirkweise deutlich unterscheiden. Die Airbrush benötigt, um zu funktionieren sogar noch Druckluft, was logischerweise dann noch einen Kompressor, der diese liefert, bedingt. Ein Pinselstrich bedeutet, dass eine gewisse Farbmenge die Oberfläche, die man gerade bemalt hat, bedeckt. Das Ergebnis ist daher unmittelbar sichtbar, auch wenn es bisweilen mehrerer Schichten Farbe bedarf, bevor man ein homogenes Resultat erzielt. Aber dieses Resultat ist augenscheinlich bereits vom ersten Augenblick an. Misslungener Grundiererauftrag: Das liegt daran, dass man nicht großflächig gearbeitet hat. Hinzu kommt, dass es falsch ist, zu versuchen, zu schnell deckend zu arbeiten. Besser sind mehrere, nicht deckende Lackschichten

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4 Der Einsatzbereich von Mr. Metal Primer erstreckt sich natürlich auch auf Fotoätzteile wie hier diese Lüftergrätlings

6 Als Neuling im Grundierungsgeschäft muss man sich erst einmal daran gewöhnen, dass es durchaus nicht ungewöhnlich ist, nach dem ersten Spritzdurchgang kaum eine Farbwirkung auf dem ...

7 ... Modell wahrzunehmen. Man stellt aber schnell fest, dass dieser exrem dezente Farbauftrag das ganze Potenzial für eine gleichmäßige Grundierung bietet. Außerdem, und das können Sie ...

Bei Ihrer Airbrush sieht das dagegen anders aus. Tut mir leid. Eine Airbrush richtig anzuwenden, setzt zwei grundlegende Techniken voraus: erstens eine kontinuierliche Bewegung und zweitens einen überlappender Farbauftrag.

Kontinuierliche Bewegung Ihre Airbrush muss über dem Modell ständig in einer möglichst gleichförmigen Bewegung geführt werden. Gerade mal etwas über eine Sekunde über der selben Stelle zu verharren, führt zu prächtigen aber leider hässlichen und natürlich sehr störenden Farblachen auf der Modelloberfläche. Sie müssen die gesamte Modelloberfläche möglichst als Gesamtheit lackieren. Denn es ist ein Fehler, wie man auf dem Bild (5) erkennen kann, einen Modellabschnitt komplett zu lackieren, um sich dann dem nächsten zu widmen. Der Nachteil in dieser Vorgehensweise liegt darin, dass auf der solchermaßen reduzierten Oberfläche die Airbrush fast schon zwangsläufig zu häufig über die gleiche Stelle geführt wird. So kann keine Farbschicht richtig abtrocknen. Denn es ist sehr wichtig, dass man die Farbe circa 30 bis 60 Sekunden trocknen lässt, bevor man eine neue Schicht aufträgt. Andernfalls ist das Ergebnis wiederum eine unschöne Farb- oder Primerlache.

8 ... den Uhren entnehmen, sind extem dünne nicht deckende Farbschichtungen sehr schnell so weit getrocknet, dass man nach einigen Minuten bereits weiterarbeiten kann

Farbschichtung Nutzt man eine Airbrush, so sollte man sich langsam aber stetig mit mehreren aufeinander aufgetragenen Farbschichten an das gewünschte Ergebnis herantasten. So ist es durchaus möglich, dass man nach der ersten Passage mit der Spritzpistole so gut wie kein Ergebnis sieht. Möglich auch, dass man sich erst nach dem Auftragen der dritten oder vierten Schicht dem gewünschten Endresultat nähert (6 bis 9). Doch merke! Das Prinzip ist sowohl beim Aufbringen des Primers als auch der Grundfarbe oder auch bei Tarnschemata immer das Gleiche. Mehrere dünne Farbschichten nacheinander aufgetragen addieren sich zu einem gleichmäßigen und attraktiven Ergebnis. Kit-Modellbauschule VIII

9 Sie sehen, dass wir auf diese Weise in gerade einmal 20 Minuten eine saubere gleichmäßige Grundierung auf der gesamten Panzerwanne aufgetragen haben

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10 Kommen Ihnen diese Bilder aus der eigenen Lackier- und Modellbautätigkeit vertraut vor? Nun trösten Sie sich, Sie, wie viele andere Mitmodellbauer, teilen nicht nur die Freude an ...

11 ... gelungenen Modellen sondern auch fast immer die gleichen Probleme. Auf diesen Aufnahmen fallen vor allen Dingen die extrem rauen, bereits grundierten Oberflächen auf

12 Die Tatsache, dass diese so vor dem Grundieren noch gar nicht am Modell zu finden waren, spricht dafür, dass im Zuge des Primerauftrags mindestens eine Variable, wie zum Beispiel der Abstand von der Airbrush zum Modell, fehlerhaft war

Diese Bilderfolge dokumentiert exemplarisch das Konzept des Farbschichtenauftrags. 20 Minuten waren erforderlich, um die gezeigte Fahrzeugwanne zu grundieren. Doch auch bei dieser etwas Zeit benötigenden Vorgehensweise können zahlreiche Probleme auftauchen.

Hilfe! Ich habe Probleme! Was kann ich jetzt tun? Welches ist das häufigste Problem, dass man üblicherweise beim Umgang mit der Airbrush hat? Es sind körnige, raue Oberflächen! Sind Ihnen diese Bilder vertraut (10 bis 12)?

Wo liegt die Ursache? Nun, es gibt verschiedene Gründe für ein solches Ergebnis: möglicherweise arbeitet man mit einem falschen Verdünner, der nicht zu dem verwendeten Primer passt. Oder man arbeitet an einem zu warmen oder aber auch zu trockenen Arbeitsplatz. Denn die körnige Oberfläche resultiert daraus, 10

dass Farbe schon auf dem Weg von der Spritzpistole hin zur Modelloberfläche, also noch bevor diese dort auftrifft, trocknet. Vielleicht haben Sie aber also die Airbrush beim Lackiervorgang zu weit vom Modell entfernt geführt. So könnte die Farbe auf dem weiten Weg zum Modell hin bereits getrocknet sein. Doch ist das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen, benötigen wir Lösungen, wie wir die Ergebnisse korrigieren können!

Schadstellen schleift und poliert man weg Ihre Waffen gegen dieses Problem sind steife Pinsel, Schleifschwämmchen und Wattestäbchen. Wie man auf dem Bild sehen kann, ist es sehr leicht, die schadhaften Stellen mit einem Schleifschwämmchen zu entfernen. Mit Hilfe eine Pinzette kann man so auch jeden Winkel des Modells erreichen. Man muss sich dazu nur ein passendes Stück vom Schleifschwämmchen herausschneiden,

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Das „Waffenarsenal“ gegen körnigen Farb- beziehungsweise Grundierungs-/Primerauftrag: Es sind dies Schleifpapier, Schleifschwämmchen, Pinsel und Q-Tipps

Mit einem in eine Pinzette eingeklemmten Schleifschwämmchen lassen sich auch an eher unzugänglichen oder sehr sensiblen Stellen, wo einiges abbrechen könnte ...

dann damit die Oberfläche so lange glätten, bis eine ebene Oberfläche erzielt ist, auf der Farbe gut haftet und ohne zu glänzen auftrocknet (13 bis 15). Betrachten Sie die Bilder und beachten Sie den Unterschied zwischen geglätteten und noch unbearbeiteten Stellen. Ganz wichtig! Berücksichtigen Sie, dass der Schleifvorgang eine Menge Schleifreste auf der Oberfläche zurücklässt. Diese Ablagerungen würden jeden neuen Farbauftrag ruinieren. Daher sind diese immer zuerst zu entfernen (16)! Tipp: Eine unebene körnige Oberfläche muss nicht immer schlecht sein. Im unteren Bereich einer Fahrzeugwanne, an Rädern, an horizontalen Flächen oder den üblicherweise Dreck fangenden Stellen können die beschriebenen Lackfehler ungewollt bereits für den richtigen Effekt sorgen.

15 … Unebenheiten abschleifen und wegpolieren. Und was an delikateren Stellen funktioniert, funktioniert natürlich auch an leicht zugänglichen Stellen

16 Nach der ganzen Schleif- und Polierarbeit sieht die Modelloberfläche schon viel besser aus. Jetzt können wir mit der Tarnbemalung beginnen. Doch vergewissern Sie sich, dass Sie sämtlichen Schleifstaub zuvor gründlich entfernt haben

Kit-Modellbauschule VIII

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Materialien

Die wichtigsten Farben

Das Angebot an Farben ist groß, für bestimmte Zwecke, wie etwa das Altern, eignen sich einige ganz besonders

Acryl- und Enamelfarben Acrylfarben sind die Aufsteiger der vergangenen Jahrzehnte. Dagegen sind Enamelfarben wahre Hobbydinos. Doch beide sind unverzichtbar Acrylfarben für die Airbrush Meine Lieblingsfarben sind Lacke von Tamiya und Gunze Sangyo. Üblicherweise verdünne (70–80 Prozent Verdünner) ich diese mit Tamiyas Lacquer Thinner, das ist der mit der gelben Kappe, der leider in Deutschland sehr schwer erhältlich ist (1). Ebenso nutze ich Gunzes Verdünner wie auch den T-01 von Gaianotes. Ich mag insbesondere die wirklich feine Pigmentierung der Gunzefarben und die große Bandbreite der verfügbaren Farbtöne. Außerdem eignen sich diese Farben mit ihrem seidenmatten Finish sehr gut für meine Modellbaumethode. Ihr Hauptnachteil ist der, dass sie chemisch agressiv sind und sehr stark riechen. Daher sollten Sie, immer wenn Sie mit diesen Lacken arbeiten, eine Schutzmaske tragen und den Raum stets gut lüften. Obwohl ich denke, dass Acrylfarben nicht immer die opti12

male Option sind, so mag ich diese und nutze sie auch. Ebenso tun es viele der besten Modellbauer auf dem Globus mit fantastischen Ergebnissen. Neben meinen Lieblingsfarben gibt es weitere exzellente Marken wie AK interactive, Ammo of Mig, Life Colors, Vallejo Air und andere, die alle eine sehr breite Farbtonpalette anbieten. Darüber hinaus bringen sie unentwegt neue Farbtöne heraus. So kann der Modellbauer beispielsweise auch moderne Kampffahrzeuge mit den exakten Farben, wie sie die Streitkräfte in den aktuellen Konflikten in Afghanistan, dem Irak oder dem Nahen Osten verwenden, lackieren. In der Tat finde ich es schade, dass gerade die Hersteller meiner Lieblingsfarben nicht allzu oft neue Farbtöne auf den Markt bringen. Daher bin ich auf das Mischen vorhandener Farbtöne angewiesen, um neue Farbtöne zu kreieren.

Farbkonversionstabelle

Airbrushacrylfarbe – Pinselacrylfarbe

1 Tamiya Acrylfarben für die Airbrush und Verdünner. Der Lacquer Thinner (gelbe Kappe) ist in Deutschland nur schwer erhältlich

2 Ammo of Mig, AK interactive und auch Vallejo bieten immer mehr hoch spezialisierte Farbsets an, um die man kaum herum kommt

3 Die schier unendliche Farbtonpalette von Vallejo ist legendär. Es gibt kaum Töne, die die spanische Farbenschmiede nicht anbietet

Zusätzlich zu den traditionellen Farben bietet der Modellbaumarkt zahlreiche exzellente Produkte, um Farben zu modulieren und zu verwittern (Weatheringsets). Ich empfehle an dieser Stelle schon einmal wärmstens die Sets 551 (Rust Effects Color) und 557 (Tracks and Wheels) aus dem Hause AK interactive (2). Diese kann man sowohl mit der Airbrush als auch mit dem Pinsel verarbeiten. Doch bedenken Sie auch hier, dass man immer den jeweiligen Markenverdünner einer Farbenmarke verwenden sollte.

Acrylfarben für den Pinsel Vallejo ist auf diesem Gebiet ohne Zweifel mein favorisierter Anbieter. Deren Farbtonpalette scheint fast unendlich zu sein (3). Sucht man eine Farbe, kann man sicher sein, dass Vallejo sie hat. Kit-Modellbauschule VIII

GUNZE H11 Gunze – Flat White H12 Gunze – Flat Black H13 Gunze – Flat Red H36 Gunze – Dark Green H44 Gunze – Flesh H71 Gunze – Middle Stone H72 Gunze – Dark Earth (weathering, Earth Color) H73 Gunze – Dark Green H77 Gunze – Tyre Black H78 Gunze – Olive Drab H79 Gunze – Sand Yellow H80 Gunze – Khaki Green H81 Gunze – Khaki H82 Gunze – Dark Grey H84 Gunze – Mahogany (weathering, Dark Earth) H301 Gunze – Grey FS 36081 H302 Gunze – Green FS 34092 H303 Gunze – Green FS34012 H304 Gunze – Olive Drab H305 Gunze – Grey FS36118 H306 Gunze – Grey FS36270 (a nice light Panzer Grey!) H310 Gunze – Brown FS30219 (weathering, Earth Color) H313 Gunze – Yellow FS33531 (weathering, nice dust!) H317 Gunze – Grey FS36231 (another nice Panzer Grey!) H318 Gunze – Radome (weathering, nice dust!) H320 Gunze – Dark Green (Semigloss) H327 Gunze – Red H339 Gunze – Engine Grey FS16081 (for pre-shading) H341 Gunze – Mud (for weathering, Mud) H342 Gunze – Oil (Gloss) H343 Gunze – Soot H344 Gunze – Rust H346 Gunze – Rough Sand (Matt)

TAMIYA XF-2 XF-1 XF-7 XF-11 XF-15 XF-60 XF-52 XF-61 XF-1 XF-62 XF-51 XF-49 XF-53 X-9 XF-63 XF-61 XF-27 XF-62 XF-24 XF-25 XF-52 XF-57 XF-54

VALLEJO 951, 919 950 979 821 825 892 950 889 923 924 988, 880 836 846 894

870 874 819 991

XF-61 XF-7

892 957

XF-1

950 846 923

Auch aus dem oben schon aufgeführten Grund sind einige AKinteractive-Sets und Vallejo-Farbsets (hier besonders solche aus der Linie der Panzer Aces) ein Muss für meine Art, Modelle zu finishen. Warum? Haben Sie noch ein wenig Geduld und lesen Sie ein wenig weiter! Ich verwende mit dem Pinsel aufgetragene Acrylfarben hauptsächlich für zwei Zwecke: • Zur Bemalung aller Zurüstgegenstände an Gefechtsfahrzeugen wie beispielsweise der Gepäckstücke, Werkzeuge, Zusatzausrüstung. Dabei nutze ich die dem Material entsprechenden Farben für Stahl, Leinen, Holz, Kunststoff, Spiegelglas und viele andere Materialien mehr. Auch hier sind Panzer-Aces-Farben einfach unschlagbar. • Zur Unterstützung und visuellen Belebung der Panzer- oder Fahrzeuggrundfarbe und zum Hervorheben und Highlighten besonders hervorstechender oder typischer Fahrzeugelemente wie Nieten, Handgriffen, Ecken und vielem anderen mehr. Der erste Anwendungszweck erklärt sich von allein. Wenn man eine Schaufel bemalt, so kann man unterschiedliche Braunschattierungen zum Bemalen des Holzes verwenden. Die Entscheidung liegt bei Ihnen! Aber wenn Sie die Grundfarbe eines Modells mit dem Pinsel hervorheben oder highlighten wollen, welchen Farbton sollte man dann verwenden? 13

Humbrols Metal-CoteFarben neben MetallicAcrylfarben aus dem Hause Ammo of Mig

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Die Stärke der MetalCote-Lacke ist, dass man sie nach ausreichender Trocknungszeit mit einem Q-Tipp metallisch glänzend polieren kann

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Da hilft dann eine Farbkonversionstabelle, wie Sie sie auf der vorherigen Seite finden. Diese zeigt die gebräuchlichsten Farbtonäquivalenzen der Farbpaletten von Gunze, Vallejo und Tamiya. Diese hilft Ihnen dabei, die entsprechenden Pinselacrylfarben analog zu den bei der Airbrushgrundlackierung verwendeten Farben zusammenzustellen. Dabei mischen Sie die Pinselacrylfarben analog zum Mischungsverhältnis der Airbrushacrylfarben. Das gilt oder funktioniert natürlich auch umgekehrt, wollte man eine Airbrushgrundfarbe zusammenmischen. Hier nun ein Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie wollten ein Fahrzeug über alles in der für die Operation Iraqui Freedom (OIF) typischen blassgelben Lackierung bemalen. Für die Airbrushgrundfarbe mischen Sie dazu Tamiyas Buff (XF-57), Desert Yellow (XF-59) und ein klein wenig White (XF-2). Dann müssen Sie über eine der vielen erhältlichen Farbkonversionstabellen die entsprechenden Pinselfarben ermitteln. In diesem Falle sind das Vallejos 976 und 914 mit einem Schuss 951 Weiß. Schon haben Sie eine zur Airbrushacrylgrundfarbe äquivalente Pinselfarbe zusammengemischt. Doch kritische Vorsicht ist immer geboten. Denn in unserem Beispiel verhält es sich so, dass Tamiyas Buff dunkler ist als Vallejos 976 Beige (Buff). 14

Nun zurück zur Frage, warum einige AK-interactive- und VallejoSets ein Muss sind. Schlichtweg sind einige Farbtöne zu speziell, als das man ein passendes Äquivalent in der Tamiya- oder GunzeFarbpalette fände. Wenn Sie Glück haben, so versorgt Sie vielleicht ein anderer Modellbauer mit der Rezeptur für das „perfekte“ German Bundeswehr ISAF Olive Green. Ansonsten ist man für das Anmischen der Anstrichgrundfarben bei Tamiya oder Gunze sehr häufig auf sich gestellt.

Farbsets stellen oft eine komfortable Abkürzung dar In diesem Fall würde ich dann das passende Vallejo-Set kaufen und die einzelnen dort enthaltenen Farben als Vorlage nutzen, um sie mit meinen Tamiya- oder Gunze-Farben nachzumischen. So erweitere ich dann meine Acrylfarben-Airbrush-Palette. Um Details hervorzuheben, würde ich dann die Pinsel-Acrylfarbe direkt aus dem entsprechenden Farbset nutzen. Wichtig ist, dass man immer, wenn man Farben mischt, den jeweiligen Einfluss jeder zugemischten Farbe auf das Resultat beobachtet. Diese Beobachtungen können beim Hervorheben von Details am Modell von großem Nutzen sein. Mein Rat: Versuchen Sie immer eigene Mischungen, um verschiedene Farbtöne zu erhalten. Keine Angst, Sie müssen dazu nicht die gesamte Farbtheorie beherrschen! Die Kombination aus gesundem

Diesem Tiger I steht noch eine Verstaubung mit Enamel-Farben bevor. Vergleichen Sie dieses Bild mit dem der nächsten Seite!

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Menschenverstand und Versuch und Irrtum beschreibt den richtigen Weg. So individualisieren Sie einerseits Ihre Farbpalette. Andererseits erhalten Sie ein größeres Selbstbewusstsein, sämtliche Herausforderungen, die mit Farben zu tun haben, zu bewältigen. Ebenso werden Sie sehen, dass Sie die Basis des Farbmischens schneller lernen werden, als Sie es je gedacht hätten!

Enamelfarben Enamelfarben gehören beileibe nicht zu den bei meinen Modellbautechniken am häufigsten eingesetzten Farben. Aber in manchen Fällen sind es die einzigen, die mir helfen, den ein oder anderen Effekt zu erzielen.

Enamelfarben für metallische Oberflächen Ich habe verschiedene Produkte ausprobiert, aber ich komme immer wieder auf Humbrols Metal-Cote-Lacke zurück. Sie sind geradezu perfekt! An dieser Stelle daher schon einmal eine kleine Auflistung der für mich wichtigsten Metal-Cote-Töne: 27001 ... Matt Aluminium 27002 ... Polished Aluminium 27003 ... Polished Steel 27004 ... Gunmetal Kit-Modellbauschule VIII

Lackieren Sie die Oberfläche mit Metal-Cote-Lacken und polieren diese nach circa 30 Minuten mit einem Q-Tipp oder einem Tuch. Die zuvor matte Oberfläche wird dann realistisch glänzend und blank wirken (4, 5).

Man könnte sich fast drin spiegeln Diese Art von Effekt ist besonders nützlich bei der Darstellung von Waffen sowie Werkzeugen und der Darstellung von blankem Metall an Ketten und Rädern und an vielen anderen Stellen mehr. Vergessen Sie auch hier nicht, zur Verdünnung den markeneigenen Humbrolverdünner zu verwenden. Mischen Sie die MetalCote-Farbtöne untereinander, bis Sie die gewünschte Metallschattierung erzielt haben. Diese kann von beinahe schwarzem bis hin zu silberschimmerndem Metall reichen. Auf dem Gebiet der Metalldarstellung lässt sich auch die Trockenmaltechnik, wenn auch schon ein wenig angegraut, perfekt nutzen. Ebenso lassen sich Graphitstifte oder Metallicpigmente nutzen, um verschiedene nützliche Metalleffekte auf Metalloberflächen zu erzielen. Ich möchte allerdings ergänzen, dass es viele Jahre keine guten Metallic-Acryllacke zum Einsatz mit der Airbrush gab. Erst in jüngster Vergangenheit haben Ammo of Mig und Vallejo mit den Metal Colors neue airbrushfähige Metallic-Acryllacke auf den Markt gebracht. Diese lassen sich gut verarbeiten. Zusätzlich 15

7 Enamel-Produkt Africa Dust Effekts von AK interactive mit Airbrush dezent hauptsächlich auf horizontalen Flächen aufgetragen

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Auch mit den Enamel-Farben von Tamiya, hier im speziellen XF-57 Buff, und dem Enamel-Verdünner (X-20) mit der blauen Kappe lassen sich tolle Staubeffekte airbrushen

Das Beispiel des Panzer IV zeigt, dass der Staub dazu neigt, sich auf horizontalen Flächen zu sammeln und zu haften. Vertikale und stärker geneigte Flächen dagegen bieten ihm keinen Halt

kommen sie auch ohne die negative Eigenschaft von Acrylfarben, nämlich schnell zu sprenkeln, aus.

Tamiyas Enamel-Lacke und Enamel-Produkte von AK interactive. Nimmt man die Anzahl der Enamel-Produkte dieser beiden Hersteller, so ist sie mit Blick auf den Humbrol-Katalog eher bescheiden. Aber folgende Gründen sprechen für diese Lacke: • Tamiyas Pigmentgröße ist äußerst fein. Daraus ergibt sich, dass man nach meinem Empfinden leichter mit den Tamiya-Enamels arbeiten kann als mit den etwas weniger fein pigmentierten Humbrol-Lacken. AK- und Humbrol-Enamels sind ungefähr gleich fein pigmentiert.

Enamelfarben im Weatheringeinsatz Üblicherweise nutze ich Enamelfarben für Weatheringaufgaben, obwohl man sie ebenso gut als Grundfarbe oder für die Wiedergabe von Tarnschemata von Militärfahrzeugen verwenden kann. Auf manchen Gebieten aber sind Enamelfarben einfach unschlagbar. Das gilt vor allem für Staubeffekte. Für diese Aufgabe nutze ich 16

• Tamiya Enamels zeichnen sich dadurch aus, den exakt gleichen Farbton zu liefern, wie der analoge Acrylfarbton aus dem gleichen Hause (als Grundstock sollte man über XF-1, XF-2, XF-52, XF-55 und XF-57 verfügen). Diese Eigenschaft erleichtert natürlich den Einsatz von Tamiya-Acryllacken und Tamiya-Enamels in verschiedenen Weathering-Arbeitsschritten auf ein und demselben Modell. • Fläschchen sind unendlich viel komfortabler als Farbdöschen! Man kann sie leichter öffnen und schließen. Der Umgang mit ihnen ist sauberer. Man muss nur sehr gut dafür sorgen, dass der Deckel richtig schließt. Anderfalls verdunstet mit der Zeit der Verdünner aus den Lacken und die Farbe wird im Laufe der Jahre unbrauchbar. Seltsamerweise habe ich immer noch Humbrolfarben aus Beständen meines Vaters, die älter als 50 Jahre und immer noch in Topform sind.

Wie erzielt man mit Enamelfarben Staubeffekte? Folgen Sie einfach diesen Anleitungsschritten (6 bis 10): • Sorgen Sie dafür, das die Grundierung oder Basislackierung vor Farbe und Verdünnern, die später eingesetzt werden, geschützt respektive versiegelt ist. Daher trage ich als Vorsichtsmaßnahme immer Tamiyas Clear, verdünnt mit Tamiyas Verdünner mit der weißen Kappe, auf alle Oberflächen auf, bevor ich mit dem Weathering beginne. • Tragen Sie die Enamel-Farbe leicht verdünnt (Tamiya Enamelverdünnung mit blauer Kappe) mit der Airbrush auf die Fahr-

zeugstellen auf, die besonders staubanfällig sind: Dabei handelt es sich um horizontale Oberflächen, Vertiefungen, Stellen in der Nähe von Rädern, Staub- und Schmutzfängern und viele andere mehr. Tragen Sie den Staub nicht einfach wahllos auf dem gesamten Fahrzeug auf. Arbeiten Sie sich von einer kleinen, gut beherrschbaren Stelle zur nächsten vor. • Lassen Sie die Farbe 15 bis 30 Minuten trocknen. Denn je länger man Farbe trocknen lässt, desto schwerer ist es auch, sie später zu entfernen. Dieses Innehalten erleichtert es, die endgültige Form der Staubflecken besser zu kontrollieren. • Wenn Ihnen die Resultate gefallen, schützen Sie diese mit einer dünnen Schicht Acryllack und fahren Sie fort, Staub, in unterschiedlichen Schattierungen, hinzuzufügen. Ich arbeite immer von hellen hin zu dunklen Farben. • Ist die „Verstaubung“ erst einmal abgeschlossen, so versiegeln Sie diese komplett mit mattem Acrylklarlack. Aber denken Sie daran, dass wir ein mattes Erscheinungsbild nur auf dem Staub und nicht auf dem gesamten Modell benötigen. Einige Fahrzeugteile dürfen noch seidenmatt wirken! Studieren Sie dazu ruhig Bilder von den vertikalen Flächen der Turmpanzerungen, Staukisten, Luken und Ecken. Mein Tipp: Staub muss man dort auftragen, wo er auch Sinn macht. Wir sollten den Eindruck von Staub vermitteln und nicht den Staub an sich darstellen wollen. Die gezielte Anwendung des Kontrasts von staubigen und sauberen Oberflächen ist hier die beste Methode.

10 Mit AKs Odorless Thinner (natürlich auch andere Produkte) und einem feinen Pinsel kann man die Staubanmutung weiter modifizieren Kit-Modellbauschule VIII

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Materialien

Produkte, die sich fürs Washing eignen

AK interactive wie auch andere Anbieter beliefern den Markt mit einer Reihe von Fertigprodukten wie hier beispielweise einem Enamelfarbenwash und hauseigenem passenden Verdünner

Washes Eine der ältesten und besonders weit verbreiteten Bemalungstechniken ist das Washing. Doch welche Materialien eignen sich hierfür nun besonders gut? Nun wird es ernst. Beim Washing handelt es sich um einen wichtigen Bemalungsschritt, da er dafür sorgt, dass die Modelloberfläche detailliert aussieht und an Tiefe gewinnt. Mittels Washings werden alle Details, die, nachdem wir die Grundfarbe aufgetragen haben, fast gar nicht oder nur schwer erkennbar sind, zum Leben erweckt. Es gibt verschiedene Methoden, Washing-Produkte (Washes) aufzutragen. Das hängt vom jeweiligen Weathering-Resultat, das wir anstreben, ab. Hier im Band VIII der Kit-Modellbauschule finden Sie eine Reihe nützlicher Tipps, beispielhaft demonstriert an den im weiteren Verlauf des Heftes präsentierten Modellen. Damit möchte ich Ihnen helfen, das ganze Potenzial von Washings zu entdecken. Sie benötigen eine Definition von Wash und Washing? Ein Washing, so wie zuvor bereits erklärt, ist eine Technik, die dabei 18

hilft, Details der Modelloberfläche hervorzuheben und ihr eine gewisse Tiefe zu verleihen. Pointiert ausgedrückt, ist ein Washing eine Methode, künstlich Schatten auf die Modelloberfläche aufzutragen. Ein Wash ist dagegen das Produkt beziehungsweise Mittel, mit dem man das Washing durchführt. Es ist leicht auftragbar und trocknet recht langsam auf. Dabei muss die Farbe des Washs zur umgebenden Oberflächenfarbe des Fahrzeugs ebenso passen wie zu den Farben der Details, um die herum es punktuell als sogenanntes Pinwashing aufgetragen wird.

Die besten Produkte und Mischungen? Ich habe schon so ziemlich alle Washes von verschiedenen Marken verwendet. Die ersten „Fertigprodukte“ stammten von MIG

1 Natürlich eignen sich auch ganz normale hochverdünnte Enamelfarben als Washes

Meine drei Hauptstützen beim Anmischen von Ölfarbenwashes sind (v.l.n.r.) Neapelgelb, Schwarz und ungebrannte Umbra (Raw Umber)

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productions. Von dieser Marke war das Dark Wash leicht verdünnt mit dem markeneigenen Verdünner lange Zeit mein favorisiertes Wash. Später dann brachte AK interactive verschiedene enamelbasierte Washes, die speziell mit Blick auf unterschiedliche Fahrzeuggrundfarben hin entwickelt worden waren, auf den Markt. Auch Washes neuerer Firmen wie Ammo of Mig kann ich empfehlen. Ebenso sind Tamiya Enamels verdünnt mit dem Tamiya-Enamelverdünner (mit der blauen Kappe) als Washes Kit-Modellbauschule VIII

sehr geeignet (1). Dennoch sind verdünnte Ölfarben meine absolut bevorzugten Washes. Warum das so ist? Nun, Ölfarben lassen sich besonders bezüglich des Farbtons sehr leicht anpassen. Daher habe ich einige Ölfarben ausschließlich für den Zweck, Washes mit ihnen herzustellen. Dazu gehören: Schwarz, Raw Umber (ungebrannte Umbra) und Naples Yellow (Neapelgelb). Mit diesen drei Farbtönen kann ich die komplette Farbtonpalette ermischen, die ich für meine Washes benötige (2). 19

Drei meiner wichtigsten ölfarbenbasierten selbst zusammengemischten Washes stelle ich im Folgenden vor:

Mix Wash 1 Raw Umber und Naples Yellow in verschiedenen Mischverhältnissen ergeben Washes, die für in wüstengelben Tarnanstrichen und generell in hellen Farben lackierte Fahrzeuge optimal anwendbar sind.

Mix Wash 2 Raw Umber allein unterschiedlich stark verdünnt. Diese Ölfarbe benutze ich gerne für weiße Fahrzeuge. Insgesamt ist dieser Farbton eine wahre Universalwaffe, da man sie auf so ziemlich jeder Grundfarbe auftragen kann und schöne Ergebnisse erzielt (3).

Mix Wash 3 3 Washes, die auf Raw Umber in unterschiedlich stark verdünnter Form basieren, sind die Universalwaffe unter den Washes 4 Das Mix Wash 3 in voller Aktion für extrem starke Schattierungen am Beispiel eines Tiger I

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Schwarz und Raw Umber. Für stark konturierende Washings auf Panzergrau, auf stark verwitterten Wintertarnungen, auf Dunkelgrün, auf NATO-Tarnungen oder einfach auf heller lackierten Fahrzeugen für extreme

5 Mitten drin beim Ölfarbenwashing: Die überschüssige Farbe der Washes, hier gut zu erkennen, kann man später in Ruhe entfernen

Schatteneffekte in Ritzen, Spalten, an schwer zugänglichen Bereichen, Ecken und natürlich auch versteckten Winkeln (4).

Meine Lieblingsölfarbenmarken? Meine bevorzugten Ölfarben sind aufgrund ihrer Pigmentierung und aufgrund der ganz allgemein guten Qualität solche der Marken Winsor & Newton, Rembrandt und Titan Oil Colours. Natürlich verändere ich bei jeder Mischung die Mischungsverhältnisse. So erstelle ich üblicherweise für jeden gewünschten Wash-Farbton drei oder noch mehr Schattierungsstufen des Ausgangsmixes. Diese Schattierungen kommen jeweils passend zum Element, wo ich sie appliziere, zum Einsatz. Dabei hängt es auch von der Tiefe des Details beim Vorbild ab, ob ich mal eine hellere oder auch ein dunklere Wash-Schattierung nutze. Konkret heißt das dann, dass ich zum Beispiel für die Ritzen von Luken, Türen oder anderen beweglichen Teilen die dunkelsten Schattierungen verwende. Dagegen bringe ich auf Nieten und horizontalen Oberflächen die hellsten Wash-Schattierungen auf.

Wie trägt man Washes auf? Ganz gleich, welches Produkt man nun konkret nutzt, es muss leicht über die Oberflächen eines Modells laufen. Eine matte oder auch verschmutzte Oberfläche macht beispielsweise die Entfernung des , falls man es nicht mag, beinahe unmöglich. Das kann dann schon für einige Bauchschmerzen sorgen. Hinzu kommt, dass Ölfarben und Washes, die auf solchen basieren, recht aggressiv auf darunter liegende Farbschichten wirken können. Daher ist es gut, bevor man mit dem Washing beginnt, eine Kit-Modellbauschule VIII

Schicht Tamiya Clear X22 aufzutragen. Hier sind äquivalente Acrylprodukte anderer Hersteller ebenfalls möglich. Neben all den anderen an anderer Stelle genannten Vorteilen, bewirkt Tamiya X22, dass die Washes leicht und beinahe reibungslos über jedes Teil des Modells laufen. Es schützt dabei ebenso die Grundfarbe effektiv. Keine falsche Scheu beim Auftragen von Tamiya X22. Tragen Sie es großzügig auf dem gesamten Modell auf.

Ruhiges und geduldiges Arbeiten zahlt sich aus Ist also die schützende Lackschicht trocken, tragen Sie die Washes mit einem feinen Pinsel auf und lassen sie alles weitere 15 bis 30 Minuten trocknen. Dann erst entfernen Sie überschüssige Washbestandteile mit einem Pinsel, der mäßig mit Verdünner oder White Spirit befeuchtet ist. Beim Entfernen des Farbüberschusses müssen Sie behutsam zu Werke gehen, um nicht über das Ziel hinauszuschießen und auch die Washes an den gewünschten Stellen zu entfernen. Arbeiten Sie ruhig und geduldig! Nehmen Sie sich immer nur kleine Stückchen vor! Ölfarbenwashes kann man noch nach Tagen oder sogar Wochen entfernen (5). Und das ist auch der Grund, warum ich das Thema Washes auf Acrylfarbenbasis gänzlich ausklammere. Es handelt sich bei ihnen beileibe nicht um schlechte Produkte. Aber sie eignen sich nicht für meine Vorgehensweise beim Bemalen von Modellen. So sind mir einerseits Acrylfarben zu strahlend im Vergleich zu Ölfarben. Und obwohl auch sie über die Modelloberfläche laufen, so trocknen sie mir andererseits deutlich zu schnell. Das setzt mich beim Arbeiten mit ihnen unter Zeitdruck. Diesem setze ich mich nicht gerne aus. Auch lassen sie sich, erst einmal getrocknet, nur schwer vom Modell entfernen. 21

Für den Umgang mit Ölfarben benötigt man Geduld. Die Zeit, die Ölfarbe dem Modellbauer auf der anderen Seite bei ihrer Verarbeitung gewährt, ist einer ihrer zahlreichen Vorzüge

Materialien

Die wichtigsten Ölfarben im Überblick

Ölfarben Ölfarben sind für meine Art, Modelle zu bauen, so wichtig wie die Luft zum Atmen. Schließlich kann man 95 Prozent der Weatheringund Maleffekte nur mit Ölfarben erzielen. Daher ist das nun folgende Kapitel eines der entscheidenden

Ölfarben werden in Europa zwar bereits seit dem 12. Jahrhundert für Ausschmückungsarbeiten verwendet, doch als Künstlerfarbe war ihnen der Durchbruch erst im frühen 15. Jahrhundert vergönnt. Der Vorteil einer langsam trocknenden Ölfarbe ist der, dass der Künstler ein Gemälde ganz allmählich schrittweise entwickeln kann. So ist es auch sehr leicht, mit Ölfarben Korrekturen vorzunehmen. Der Nachteil hingegen ist, dass es schon mal Monate oder sogar Jahre dauern kann, ein Gemälde fertig zu stellen. Eine 22

solche Aussicht dürfte den besorgten Modellbauer abschrecken. Doch da wir nur kleinste Farbquantitäten verarbeiten, betragen die Trocknungszeiten lediglich einige Stunden. Eine weitere Stärke von Ölfarben ist, dass sie sich gut untereinander vermischen lassen. Somit sind feinste Farbvariationen und Nuancen möglich. Daher eignen sich Ölfarben auch sehr gut, Details mittels feinster Schattierungen hervorzuheben. Ölfarben kann man sehr gut und einfach mit Terpentin oder anderen Mitteln verdünnen. Diese Ei-

genschaft nutzen Künstler auch, um in dünnen Schichten zu malen. Doch auch hier gilt, dass man nur gute Verdünner nutzen sollte und wenn möglich nur solche der gleichen Marke, um das Bestmögliche aus der jeweiligen Farbe herauszuholen. Welche Farben soll ich verwenden? Die unten stehende Tabelle zeigt Ihnen, welche Farben auf meine Basispalette gehören und wofür ich diese nutze. Natürlich handelt es sich bei der Auflistung lediglich um eine auf das Nötigste reduzierte Auswahl, die jedoch für die wichtigsten Weatheringaufgaben zunächst ausreicht.

Fading beziehungsweise Farbbleichung/schwund Das Fading ist eine grundlegende und auch sehr effektive Weatheringtechnik. Man nennt sie auch die „Ölfarbpunkt- oder Fleckentechnik“. Man sollte sie jedoch nicht anwenden, bevor man deren Grundprinzipien und die Antwort auf die Frage, was das Ergebnis dieser Technik ist, kennt. Das Aussehen einer ausgeblichenen Panzerplatte etwa entsteht dadurch, dass sie meist Monate den Elementen ausgesetzt ist. Die Farben einer Uniform bleichen durch die Sonneneinstrahlung aus und präsentieren dann eine Bandbreite feiner wie zufälliger und unberechenbarer Farbnuancen. Feuchtigkeit wie etwa Regenwasser, Tau aber auch Staub und andere Umwelteinflüsse addieren sich in ihrer farbverändernden Wirkung bis schließlich jede Uniformität verloren ist und ganz im Gegenteil alles nur noch benutzt, getragen und schmutzig aussieht.

Wohlgemerkt, wir reden hier nicht über irgendwelche anderen aggressiven äußeren Einflüsse wie beispielsweise Spritzer, Trefferspuren, Kratzer oder Abfärbungen sowie Bemalungen. Nein, es geht an dieser Stelle ausschließlich um die farbverändernde Wirkung auf Materialien durch die Faktoren Sonne, Regen, Wind und Staub. Lassen Sie uns das ganz konkret am Beispiel von besagten, diesen Witterungseinflüssen ausgesetzten, Panzerplatten betrachten. Jetzt, wo wir den Kontext genau eingegrenzt haben, wollen wir uns der Umsetzung der angestrebten Optik zuwenden: Stellen Sie zunächst eine passende Ölfarbpalette gemäß Ihrem Empfinden zusammen. Doch wie geht man dabei vor? Nun, bedenken Sie zunächst, dass es Parameter gibt, die Ihnen dabei helfen, die richtige Farb-Auswahl zu treffen (1). Beantworten Sie sich dabei die folgenden Fragen: Wichtig bei der Ölfarbpunkttechnik ist die sorgfältige Planung. Man setzt die Punkte mit einer bestimmten Absicht 1

Ölfarben im Modellbau

Meine persönliche Ölfarbpalette Farbe Raw Umber

Marke und Farbnummer Winsor & Newton

Nickel Titan. Yellow DP Lamp Black Asphalt Titanium White

Rembrandt 280 Rembrandt 702 Titan 80 Rembrandt 105

Permanent Red Light

Rembrandt 370

Naples Yellow Light

Winsor & Newton

Sepia

Titan 77

Cadmium Yellow Light Permanent Yellowish Green

Rembrandt 208 Titan 65

Olive Green

502 Abteilung Abt 50

Ultramarine Light

Rembrandt 505

Transparent Oxide Brown Titan Brown

Titan 75 Titan 76

Raw Sienna

Rembrandt 234

Cinnabar Green Deep Cold Grey

Rembrandt 627 Titan 85

Kit-Modellbauschule VIII

Wofür wird sie genutzt Washes allgemein, dunkler Schmutz und Schlamm ebenso wie für zenitale Effekte (Schatten). Mit Schwarz mischen, um eine schöne Farbtonpalette für dunklen feuchten Schlamm zu haben Zenitale Effekte (Highlights) und heller Staub Extremes Washing, zenitale Effekte (maximaler Schatten) und um andere Farben abzudunkeln Für Fett und Ölansammlungen sowie Schmutzeffekte Zenitale Effekte (maximaler Lichteffekt), zur Aufhellung anderer Farben. Ebenso für das Fading/Ausbleichen von hellen Farbtönen Fading-/Ausbleicheffekte auf verrosteten und abgenutzten Oberflächen. Zenitaler Effekt (Highlight) auf roter Grundierung und rotbraunen Untergründen. Steigert warme Farbtöne Hervorragend, um Sandfarben wie Dark Yellow, Desert Yellow und moderne Wüstentarnfarben aufzuhellen. Beim Weathering zur Darstellung heller Staubeffekte Exzellent für benutzte und grob behandelte Oberflächen und Teile. Für die Darstellung von Verschleißeffekten. Sehr nützlich auf beweglichen Teilen von Fahrzeugen in Wüstenumgebungen Nützlicher heller Farbton für warmes Fading/Ausbleichen, und um Oberflächen aufzuhellen Nützliche helle Farbe für kaltes Fading/Ausbleichen, und um Oberflächen aufzuhellen. Nützlich, wenn man es mit Maßen für zenitale Effekte auf russischem 4BO und hellem Olive Drab aufträgt Zenitale Effekte auf 4BO, Bronze Green, Dark Green und Olive Drab. Nützlicher Farbton für warmes und kaltes Fading/Ausbleichen Nützlicher heller Farbton für kaltes Fading und Schmutz (Motor/Öl) sowie zenitale Effekte (Schatten) Fading/Ausbleicheffekte auf rostigen und oder abgenutzten Oberflächen Schmutz und nasse Schlammeffekte ganz allgemein. Mischen Sie es mit Naples Yellow, um eine schöne Bandbreite von Erd-, Schlamm- und Staubfarbtönen zu erhalten Schmutz und trockene Schlammeffekte ganz allgemein. Mischen Sie es mit Naples Yellow, um eine schöne Bandbreite von Erd-, Schlamm- und Staubfarbtönen zu erhalten Nützliche helle Farbe für kaltes und warmes Fading/Ausbleichen, und um Oberflächen aufzuhellen Nützliche helle Farbe für kaltes Fading/Ausbleichen

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2 Die Ölfarbpunkttechnik auf der Seite einer Tigerunterwanne. Die Farben sind passend zur Umgebung eines kalten Klimas

Das Resultat mit entsprechend ihrer Position auf dem Fahrzeug verblendeten Ölfarbpunkten 3

1. Befindet sich Ihr Panzer in einer kalten Umgebung (2)? Dann verwenden Sie kalte Farben angefangen bei einem hellen Blau über Weiß, Schwarz, Hellgrün und so weiter. 2. Ist die Sonne der wichtigste aggressive Umwelteinfluss, dem ein Fahrzeug ausgesetzt ist, dann sollte man blasse Farben, die die Grundfarbe farblich in ihre Richtung beeinflussen, auswählen. Dazu gehören auf jeden Fall Naples Yellow (Neapelgelb) und Weiß. 3. Handelt es sich um Stellen am Fahrzeug, die sich nahe am Motor befinden oder ganz allgemein ausgedrückt, geht es um Stellen, wo es heiß und schmutzig ist? Nun, dann verwenden Sie eine rötliche und dunkle Farbzusammenstellung. Hierzu gehören ein dunkles Blau, Schwarz und Sepiafarbtöne. 4. Sucht man nach Farben für Fahrzeugstellen, die nicht der Sonne ausgesetzt oder sogar teilweise verdeckt sind, so sollten Sie die dunkelsten Ölfarben verwenden, die Ihr Farbsortiment aufzubieten hat, um den entsprechenden Effekt zu verstärken. Gemeint sind hier Raw 24

Umber (ungebranntes Umbra), Schwarz oder Grau. 5. Geht es um eine horizontale Oberfläche mit Staub, dann sollte man zu Naples Yellow (Neapelgelb), SienaBrauntönen und ähnlichen greifen. Wie Sie schon dieser kleinen Aufstellung entnehmen können, sollte man auch darauf achten, dass ein Fahrzeug in verschiedene ganz unterschiedliche Zonen einzuteilen ist (4 bis 5). Und daraus folgt, dass in jeder einzelnen ganz unterschiedliche Ölfarben zum Tragen kommen sollten. Daher ist es nur folgerichtig, dass man nicht das immer gleiche Rezept auf jedes Fahrzeug anwenden kann. Nutzen Sie Ihren gesunden Menschenverstand und beantworten Sie sich einige Fragen zu den Umwelteinflüssen, die in bestimmten Szenarien vorherrschend gewesen sein dürften. Gut, jetzt wissen wir, welche Ölfarbe wir an welchen Stellen nutzen sollten. Doch wie trage ich sie jetzt auf das Modell auf? Ja, das ist jetzt wirklich leicht. Folgen Sie einfach diesen Schritten!

• Befeuchten Sie mit einem flachen Pinsel die Modelloberfläche mit Terpentin oder White Spirit. Bearbeiten Sie immer nur kleine überschaubare Teilflächen. Niemals zu große Flächen auf einmal bearbeiten! • Tragen Sie jetzt mit einem feinen Pinsel kleine Farbpunkte auf die zuvor benetzte Oberfläche in einem Zufallsmuster auf. Diese lassen Sie circa zehn Minuten trocknen. • Mit einem mittleren Rundpinsel, der leicht mit White Spirit befeuchtet ist, verstreichen Sie sanft und vorsichtig die Ölfarbpunkte. Dabei gehen Sie mit kreisenden Bewegungen auf horizontalen Oberflächen und vertikalen Bewegungen auf vertikalen oder geneigten Flächen vor (3). • Wenn Sie den erzielten Effekt an einer bestimmten Stelle noch verstärken wollen, weil er Ihnen besonders gut gefällt oder weil sich die Wirkung dadurch noch deutlich verbessern ließe, so fügen Sie dort erneut Ölfarbpunkte hinzu. Je farbnuancenreicher eine Oberfläche erscheint, desto realistischer wirkt sie.

Direktionale Verwitterung Stellen Sie sich vor, dass wir unserer Panzerplatte mit der Fadingtechnik bereits ein abgenutztes und ausgebliches

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Umber (ungebrannter Umbra) reicht. Natürlich sollten Sie die am besten zur jeweiligen Farbe Ihres Modells und der Natur der Verschmutzungen, die sich an den Fahrzeugoberflächen zeigen, passenden Brauntöne verwenden. Befindet sich Ihr Fahrzeug also im Winter irgendwo in Russland, so sind dunkle Töne recht geeignet. Soll Ihr Modell ein Fahrzeug auf Sizilien wiedergeben, bieten sich helle Brauntöne an. Ist Ihr Fahrzeug eher dunkler wie zum Beispiel die panzergrauen Exemplare der ehemaligen Deutschen Wehrmacht, so dürften sich gemäßigt helle bis helle Brauntöne hervorragend eignen. Sollte es sich um ein Modell im makellosen Weiß, wie es auf UN-Fahrzeugen zu bestaunen ist, handeln, dann sind wieder die dunklen Braunschattierungen das Mittel der Wahl. Auch hier ist er wieder unersetzlich, der gesunde Menschenverstand! Man sollte unbedingt darauf achten, eine absolut homogene direktionale Verwitterung zu vermeiden. So sollten einige Stellen, wo es die Beobachtung des Vorbildes gebietet, kaum oder äußerst wenig bedacht werden, während man an anderer Stelle die besagten Effekte entsprechend konzentriert.

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Auch so kann eine Palette aussehen. Man sieht schnell, mit wie vielen Farbtönen man bei dieser Technik arbeitet

Äußeres verliehen haben. So weit so gut! Doch jetzt wollen wir weitere Effekte auf unserem in „Mitleidenschaft“ gezogenem Testobjekt erzielen. Es gibt nämlich Verwitterungseffekte, die stark von vertikal wirkenden Umwelteinflüssen abhängen. Wir sprechen hier vor allem über vom Wasser, wenn es über Fahrzeuge läuft, verursachten Effekten. Ähnliches gilt natürlich für jede Flüssigkeit, die über ein Fahrzeug verschüttet wird. Dann ist beispielsweise von Treibstoff, Öl, Fett und vielen anderen mehr die Rede. Ganz wichtig ist, bevor Sie neue zusätzliche Effekte auf die bereits behandelten Oberflächen aufbringen, dass Sie die erzielten Ergebnisse schützen, indem Sie einen AcrylKlarlack auftragen. Andernfalls werden Sie nämlich Ihre bisherige Arbeit ruinieren. Dann wählen Sie die richtigen Farben für diese Aufgabe. Ich empfehle eine Palette verschiedener bräunlicher Farbtöne, die von einem reinen Naples Yellow (Neapelgelb) bis hin zu einem mit Schwarz abgedunkelten Raw Kit-Modellbauschule VIII

Ein weiterer Vorzug der Ölfarbenpunkttechnik ist, dass man sie auf vielen unterschiedlich gefärbten Flächen anwenden kann

So funktioniert die direktionale Verwitterung mit Ölfarbe: • Mit einem Flachpinsel befeuchten Sie die Modelloberflächen mit Terpentin oder White Spirit. Auch hier gilt wie immer, nur kleine überschaubare Flächen mit Geduld nacheinander abzuarbeiten. • Mit einem feinen Pinsel malen Sie bitte kleine Punkte oder feine vertikale Linien auf der zuvor befeuchteten Modelloberfläche auf und lassen diese circa zehn Minuten trocken. • Mit einem mittleren Flachpinsel, der ebenfalls zuvor ein wenig mit White Spirit befeuchtet wurde, verstreichen Sie jetzt sanft und ganz vorsichtig die Ölfarbpunkte und -linien mit vertikalen Bewegungen. • Auch hier gilt: Wenn Sie den erzielten Effekt an einer bestimmten Stelle noch verstärken wollen, weil er Ihnen besonders gut gefällt oder weil sich die Wirkung dadurch noch deutlich verbessern ließe, so fügen Sie dort erneut Ölfarbpunkte und -linien hinzu. Je farbnuancenreicher eine Oberfläche erscheint, desto realistischer wirkt sie. 25

Versuchen Sie am Beispiel dieses T-34 doch einmal, die zenitalen Lichteffekte zu identifizieren!

Doch achten Sie darauf, keine einheitlich homogene Optik zu erzeugen. Vermeiden Sie es unbedingt, beabsichtigt oder unbeabsichtigt regelmäßige Muster und Symmetrien zu erzeugen! Das wirkt sofort künstlich und alles andere als natürlich!

Zenitale Lichteffekte Wenn es Ihnen gefällt, Ihre Modelle unter Verwendung der Zenitalen-Licht-Maltechnik oder der Farbmodulation (Colour Modulation Style) zu lackieren, dann sind Ölfarben für Sie ebenfalls ganz richtig. Manchmal ist es notwendig, an besonderen Fahrzeugstellen die Licht- und Schatteneffekte zu verstärken. Dies ergibt sich, wenn Ihre Airbrush beispielsweise nicht fein genug ist oder Sie besagte Stellen mit ihr einfach nicht erreichen können. Dann wiederum sind es die Ölfarben, die eine Lösung des Problems darstellen können. Um extreme Lichteffekte hinzuzufügen, ist Naples Yellow (Neapelgelb) für fast alle Farben auf Ihrem Militärfahrzeug perfekt. Weiß geht auch, doch es verfälscht die Grundfarbe, wenn man es im Übermaß nutzt. Natürlich kann man auch helle Grün-, Rot-, Orange- oder ähnlich helle Farbtöne verwenden, um das Maximum aus den Lichtern auf dem Modell herauszuholen. Doch auch hier gilt analog zum übermäßigen Gebrauch von Weiß, dass, wenn man besagte Töne nicht richtig anwendet, die Grundfarbe verfälscht wird. Um Oberflächen abzudunkeln, nutzt man 26

Raw Umber (ungebranntes Umbra). Und was zuvor für Weiß gesagt wurde, gilt analog auch für Schwarz. Im Übermaß angewandt ist das Ergebnis unrealistisch. Die recht leichte Technik funktioniert dabei wie folgt: Auf eine trockene Oberfläche trägt man sehr kleine Ölfarbpunkte dort auf, wo man eine Lichtveränderung auf der Grundfarbe erzielen möchte. Die Dichte der Punkte sollte sich schrittweise entsprechend der Position auf dem Panzerplattensegment verändern. Es wirkt nicht schön und auch nicht überzeugend, wenn sich beispielsweise alle hellen Ölfarbpunkte an den oberen Kanten der Panzerplatten konzentrieren. Sorgen Sie für sanfte Übergänge. Sollten Sie beispielweise zenitale Lichteffekte auf eine Panzerplatte mit einer Höhe von fünf und einer Breite von drei Zentimetern aufbringen wollen, dann gehen Sie so vor: Setzen Sie acht helle Punkte (durchaus möglich sind hier verschiedene helle Farbtöne) auf einen oberen zwei Zentimeter breiten Streifen. Auf den nächsten zwei Zentimeter breiten Streifen setzt man nur noch vier Punkte und auf den dritten untersten nur noch derer zwei. Auf diese Art vermeidet man zu abrupte und unattraktive „Lichtsprünge“. Jetzt lässt man die Punkte einige Minuten trocknen und verstreicht diese dann wiederum sanft und vorsichtig mit einem Flachpinsel. So erzielt man den Effekt, dass das meiste Licht dort erscheint, wo die meisten Ölfarbpunkte konzentriert sind. Damit hätte man dann einen wirklich sehr interessanten Effekt erzeugt.

Materialien

Wie geschmiert!

Klarlacke Es gibt für Klarlacke im Modellbau klassischerweise zwei Haupteinsatzgebiete. Erstens nutzt man sie als Schutz- und Trennschicht. Zweitens spielen sie eine Rolle, will man verschiedene Schmutz-, Schmiermittel- oder Feuchtigkeitseffekte erzielen Für die Aufgabe, meine Lackierarbeitsschritte zu schützen, verwende ich Marabus Acrylklarlack (matt) und X-22 Tamiyas Clear (satin/seidenmatt) (1). Schließlich ist eines der ganz typischen Probleme, mit denen sich Modellbauer konfrontiert sehen, dass es zu einer unbeabsichtigten und ungewünschten Reaktion zwischen den zuvor bemalten Modelloberflächen und den für Weatheringeffekten verwendeten Öl- und Enamelfarben kommt.

Klarlacke je nach Aufgabe nutzen

1 Verschiedene Klarlacke und die zu ihnen passenden Verdünner (zweite Reihe), die ideal zu meiner Arbeitsweise passen, und die ich selbst ständig verwende

2 Bevor man mit dem Weathering loslegt, ist es unbedingt ratsam, eine schützende Schicht X-22 Tamiya Clear als Schutzschicht für das bislang Erreichte zu sprühen Kit-Modellbauschule VIII

Lackiert man seine Modelle mit Enamels (zum Beispiel von Humbrol), verwendet man Tamiyas Lacquer Thinner (der Verdünner mit der gelben Kappe) oder arbeitet mit ähnlichen Lacken und Verdünnern, dann sollte man immer einen Acrylklarlack als Schutzschicht verwenden. Bedenken Sie jedoch, dass die Grundfarbe sich durch den Klarlackauftrag ein wenig verändern (meist nachdunkeln) wird. Die Klarlackschicht verhindert, dass ein aggressives Weathering die Grundfarbe angreift. Nutzen Sie in der zuvor genannten Konstellation auf gar keinen Fall einen enamelbasierten Lack! Tamiyas Clear (satin/seidenmatt) ist für mich eine absolutes Muss (2). Clear dient nicht nur als Schutzschicht sondern trägt auch dazu bei, meine Farbvariationen der Grundlackierung zu harmonisieren. Darüber hinaus hilft es mir, die perfekte Oberfläche für Washings zu erzeugen. Marabus Mattlack dagegen ist hervorragend geeignet, matte Schmutz- wie auch Staubeffekte Schicht für Schicht zu schützen. Außerdem ist es sehr hilfreich dabei, Leinwand oder andere Flächen mit textiler Struktur mit einem realistisch wirkenden Matt-Finish zu versehen. Schließlich ist es höchst unwahrscheinlich, seidenmatte 27

Auch beim Verschmieren und Verschmutzen von Fensterteilen verwende ich Klarlack und bearbeite diesen, sobald er trocken ist

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Für Schmierstoffe, Fette und Öle, die Fahrzeugoberflächen „verzieren“, ist das Picture Varnish Glossy von Talens meine Geheimwaffe

den Picture Varnish Glossy von Talens. Jetzt zeige ich Ihnen verschiedene Anwendungsarten für dieses Produkt:

oder gar glänzende Rucksäcke und persönliche Ausrüstungsstücke auf Kampffahrzeugen zu sehen.

Regenspuren und Schmutz auf Glas Vallejos Mattlack ist mein bevorzugter Klarlack, um Regenspuren zu erzeugen. Einfach ein wenig Buff (Beige) oder eine andere ähnliche Staubfarbe hinzufügen und dann auf die vertikalen oder geneigten Flächen auftragen. Wenn die Klarlackschicht seidenmatt ist, dann wirkt der Kontrast zu den matten Regenspuren attraktiv und realistisch. Verwenden Sie einen feinen Pinsel und nehmen Sie sich auch hier wieder nur jeweils ein kleines Stück nach dem anderen bei der Bearbeitung vor. Vergessen Sie nicht, den Klarlack ein wenig mit Wasser zu verdünnen. Wie fügt man Schmutz und Staub auf transparente Oberflächen wie zum Beispiel Glasscheiben und Windschutzscheiben? Das ist wirklich leicht. Einfach den Klarlack mit Hilfe eines Pinsels auftragen. Ist der Lack nun trocken, einfach mit einem Zahnstocher soviel Lack vorsichtig wegkratzen, bis die gewünschten Konturen erreicht sind (3).

Fett, Öl und Feuchtigkeitseffekte Obwohl ich so ziemlich jeden glänzenden Klarlack verwende, habe ich einen ganz eindeutigen Favoriten. Es handelt sich dabei um

Ölfarbe mit dem Talens Klarlack angereichert, liefert, wenn man es wohldosiert einsetzt, eine schöne Bereicherung des Washings Kit-Modellbauschule VIII

• Fett und Öl. Um die Optik dieser Substanzen zu erzielen, gebe ich ein wenig Asphalt 80 von Titan zu dem glänzenden Klarlack und füge abschließend noch Verdünner hinzu (4, 5). Das fertig gestellte Gemisch trage ich dann sehr kontrolliert mit einem sehr feinen Pinsel auf die gewünschten Oberflächen auf. Ich trage dieses Gemisch nur wie ganz zufällig und unregelmäßig in Form kleinster Tröpfchen auf die verschmutzten Flächen, oder aber im Fall, dass Öl über geneigte oder vertikale Panzerungen rinnt, in Form von vertikalen Linien auf. Sind diese erst einmal trocken, so bringe ich weitere Tröpfchen respektive Linien auf, die sich mit den vorherigen überschneiden können. Den Schmierfetteffekt erzielt man durch die sorgfältige Überlagerung mehrerer solcher Schichten. So kann man zur Steigerung des Effekts, und um ein realistischeres Resultat zu erzielen, vor jeder neuen Schicht dieses Mixes punktuell ein wenig Pigmentpulver auftragen. Bei manchen Modellen, wo dieser Öl- und Schmiermitteleffekt besonders gut wahrnehmbar ist, mische ich mehrere Schattierungen an. Das gelingt mir leicht durch die Hinzugabe von schwarzer Farbe in unterschiedlicher Menge. • Feuchtigkeitseffekte. Die erzielt man ganz ähnlich den zuvor erläuterten Techniken. Doch diesmal mischen wir zum Picture Varnish Glossy von Talens noch Natural Umber (natürliches Umbra) und Schwarz. Um den Feuchtigkeitseffekt zu erzielen, sollte man die Farbmischung dann noch sehr stark verdünnen. Es ist darüber hinaus immer nützlich, sich Vorbildfotos genau anzuschauen, die eigene Mischung dann auf Testflächen auszuprobieren und anschließend beides zu vergleichen. So nähert man sich Stück für Stück einem überzeugenden Eindruck an. Und auch hier gilt, wie schon weiter oben gesagt, dass man den gewünschten Effekt durch Überlagerung mehrerer Schichten erzielt. Wichtig dabei ist immer, jeder Schicht die ihr gebührende Trocknungszeit zu gewähren! 29

Materialien

Ungewöhnliche Methoden für außergewöhnliche Modelle

Spezialprodukte Es müssen nicht nur Farben und Lacke sein – findige Modellbauer haben teils ungewöhnliche Methoden gefunden, um Farbe auf das Modell zu bringen

Graphit ist als Material ein Muss für polierte und metallische Oberflächen. Man kann ganz einfach einen handelsüblichen HB-Bleistift oder noch weichere Qualitäten verwenden.

Graphit Selbstverständlich sind auch Graphitstäbchen aus dem Künstlerbedarf, die sogar in unterschiedlichen Grauschattierungen bis hin beinahe zu Schwarz erhältlich sind, sehr gut anwendbar. Auch hier sorgen verschiedene Schattierungen und Farbnuancen ein und desselben Produkts für optischen Reichtum. Bei Waffen kann man einfach alle Metallteile matt schwarz lackieren. Dann das Graphit in unterschiedlicher Intensität auf die gewünschten Waffenteile durch sanftes Darüberreiben mit dem Bleistift oder Graphitstäbchen auftragen. Wenn man das noch steigern möchte, sollte man die Basis in verschiedenen Schattierungen lackieren. Anschließend kann man dann die „Graphitbehandlung“ ebenfalls mit unterschiedlichen Graphitschattierungen vornehmen.

Weiche Bleistiftqualitäten wie auch Graphitstäbchen aus dem Künstlerbedarf und neuerdings auch Spezialgraphitpulver von Zubehör- und Farbherstellern bieten hervorragende Möglichkeiten, Metalliceffekte aufs Modell zu zaubern

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Bei der traditionellen Methode, Ketten zu lackieren, streicht man einen weichen Bleistift leicht über die erhabenen Kettenstellen

Unterschiedlich lange Segmente einer Friul-Metallkette werden für das kommende Brünierbad zurechtgelegt

Auf meine geliebten Friul-Einzelglieder-Metallketten wende ich zwei ganz unterschiedliche Bemalungs- respektive Weatheringmethoden an. Die erste ist die wohl gemeinhin gebräuchlichere. Dabei grundiere ich sie zunächst, lackiere sie dann wie ich es jeweils für angemessen halte und bestreiche die blank gescheuerten Stellen der Kettenglieder mit Graphit (1).

Metallbrünierungen Der zweite Weg ist der, dass ich für Ketten von Fahrzeugen mit wenig Schlamm- oder Staubspuren spezielle Metallbrünierungsmittel verwende. So habe ich bereits mit „Blacken it“ oder mit „Metal Burnishing“ von AK interactive gearbeitet. Beide Mittel funktionieren hervorragend. Ebenso gut funktionierende Produkte auf dem Markt sind das „Kettenfärbemittel für Friul-Ketten“ von Uschi van der Rosten und das „Metallic Tracks Brunishing Fluid“ von Ammo of Mig. Doch jetzt wollen wir zur Tat schreiten und schauen, wie man diese Materialien anwendet: • Zuerst montieren wir mehrere separate Kettenabschnitte. Warum? Nun, wir möchten nicht die Kette als Ganzes brünieren, um so ein allzu uniformes Aussehen mit einem durchgehend gleichen Brünierergebnis über die gesamte Länge zu verhindern (2). • Reinigen Sie die Segmente sorgfältig mit einer Stahlbürste und Aceton (3), denn jede Art von Schmutz, die die Oberfläche bedeckt, verhindert, dass an dieser Stelle die gewünschte chemische Reaktion stattfinden kann. So erhielten wir unerwünschte, unveränderte Oberflächenpartien neben solchen, wo der Brünierungsprozess ordnungsgemäß verlief. Das sieht dann aber sehr unschön aus. • Jetzt werden die Kettensegmente unterschiedlich lang in das jeweilige Brüniermittel getaucht. Auf diese Art werden einige Segmente stärker als andere vom Mittel „angegriffen“. Realistisch? Vielleicht nicht hundertprozentig. Doch wenn das Ergebnis so gut aussieht, dann darf auch mal der Realismus ein wenig leiden (4). • Jetzt setzen wird die unterschiedlich stark brünierten Segmente zu wirklich attraktiven Ketten zusammen (5).

3 Doch vor dem Eintauchen ist es wichtig, die Kettensegmente mit Bürste und Aceton zu reinigen, damit das Bad überall wirken kann

4 Die einzelnen Kettensegmente nach dem Brünierbad. Sie heben sich teils deutlich voneinander ab

Haarspray Die Haarspraytechnik ist dabei, zum wahren Klassiker zu werden. Und ich muss zugeben, dass sie keine meiner Lieblingstechniken ist. Doch man kann mit ihr, vorausgesetzt man wendet sie richtig an, erstaunliche Chipping- (Abblätterung) und auch Gebrauchsspureffekte erzielen. Warum ich die Haarspraymethode nicht so sehr mag? Mir sind ihre Ergebnisse für meinen Geschmack zu zufällig und nicht voraussagbar genug. Ich werde oft nervös, wenn ich sie anKit-Modellbauschule VIII

5 Jetzt ist der Moment der Wahrheit gekommen. Die einzelnen zuvor behandelten Kettensegmente werden nun zusammengefügt

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6 Zu Beginn der Haarspraytechnik versiegelt man mit Klarlack die Bemalung. Diese wird später an den Stellen der Farbabblätterungen ...

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Dann sprüht man mehrere Schichten Haarspray auf, lässt sie trocknen und dann ist die abzublätternde Acrylfarbe (hier Weiß) an ...

wende. Dennoch sind die mit ihr erzielten Ergebnisse oft unschlagbar.

Welche Materialien sollte man verwenden? Klassisches Haarspray oder die speziell von MIG production, AK interactive und Ammo of Mig (hier zum Beispiel das „Chipping Fluid“) angebotenen Produkte eignen sich hervorragend für diese Technik. Nun wollen wir uns anschauen, wie man diese Methode, die sich besonders bei Wintertarnungen, verrosteten oder abgenutzten und abgeblätterten Oberflächen anbietet, anwendet: • Das Modell lackieren und dessen Oberfläche dort dann mit Tamiya Clear oder einem anderen Klarlack (siehe Seite 27) versiegeln, wo man die Haarspraymethode anwenden möchte. Einige wenige dünne Schichten Klarlack sollten genügen (6). • Wenn nötig, dann maskieren (7) Sie die Bereiche des Modells, wo Sie keinen Haarsprayeffekt wünschen. Dabei kann es sich um Bereiche mit Beschriftungen, Turmnummern, taktischen Zeichen und viele andere mehr handeln. • Das von der Spraydose in die Airbrush umgefüllte Haarspray oder eines der anderen von Modellzurüstern angebotenen Produkte mit der Airbrush in mehreren dicken Schichten auftragen. Nie weniger als drei Schichten „Haarspray“ auftragen und immer die Trocknungszeit jeder Schicht beachten (8). • Wenn die letzte Schicht trocken ist, tragen wir die Arcrylfarbe auf, deren Optik wir bearbeiten wollen. In unserem Fall handelt es sich um das reine Weiß einer Wintertarnung. Die Farbe darf dabei aber auf keinen Fall mit Lacquer Thinner 32

... sichtbar sein. Bereiche, die nicht von der Haarspraytechnik berührt werden sollen, maskiert man zuvor

... der Reihe. Ist auch diese trocken, befeuchtet man sie mit warmem Wasser und entfernt mit Zahnstocher und Co. Farbchips

oder ähnlichen Produkten verdünnt werden. Nutzen Sie ausschließlich Verdünner für Acrylfarben oder Wasser. Andernfalls wird es sehr schwer, die Farbe zu entfernen! • Ist die Farbe erst einmal trocken, was kaum mehr als fünf bis sieben Minuten dauert, befeuchten Sie die Oberfläche mit warmen Wasser. Dann entfernen Sie die Farbe ganz sachte und vorsichtig mit Hilfe eines Zahnstochers, eines steifen Pinsels, eines Messers oder irgendeines anderen scharfen Gegenstandes. Nehmen Sie sich auch hier wieder immer nur kleine Stückchen nacheinander vor. Vergessen Sie nicht, ab und zu wieder warmes Wasser aufzutragen, um die Aufgabe zu erleichtern (9). • Wenn Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind, vergessen Sie nicht, dieses mit einer guten Schicht Klarlack zu versiegeln. Man kann natürlich alle Arbeitsschritte wiederholen, wenn man einen noch komplexeren und somit möglicherweise auch realistischeren Look anstrebt.

Texturierte Farbe Texturierte Farben sind sehr nützlich, will man besonders realistische Ergebnisse erzielen. Besonders schätze ich dabei Tamiyas Texture Paint, Vallejos Texture Brown Earth oder Dark Earth und Mud in a Pot von Reality in Scale (10). Die genannten Produkte von Tamiya und Vallejo eignen sich eher für gröberen Schlamm. Mud in the Pot hingegen ist dagegen eher für feineren Schmutz oder Schlamm im Maßstab 1:48 geeignet. Bei allen dreien handelt es sich um Acrylprodukte, die sich kräftig mit der Modelloberfläche verbinden. Man muss also keine Sorge haben, dass die Farbe einfach abblättert. • Zunächst erzeugen Sie eine Mischung auf Basis der jeweiligen texturierten Farbe. Zu dieser mischen Sie Sand,

10 Auch auf dem Gebiet der texturierter Farben haben die Hersteller und Zuberhörindustrie eine Vielzahl unterschiedlicher Güten zu bieten

ruhig auch verschiedener Körnung, und wenn gewünscht auch Pflanzenstückchen, kleinste Steine oder Splitter, die aus der Natur stammen. • Mit einem steifen Pinsel trägt man jetzt den Schlamm im unteren Bereich der Fahrzeugwanne auf. Versuchen Sie den Schmutz möglichst in der Nähe der Rollenwagen beziehungsweise Drehstäbe und natürlich der Laufrollen zu konzentrieren. Den Schlamm auf der Fahrzeugwanne sollte man ihn möglichst unregelmäßig auftragen, so dass kein erkennbares Muster entsteht. Hier sollten schmutzige neben relativ unberührten Abschnitten eingestreut sein. Haben Sie keine Angst, wenn die Grenzen zu scharf und unrealistisch ausschauen (11). Haben Sie Vertrauen! • Ist die Schlammpaste erst einmal trocken, nutzen Sie Ihre Airbrush, die von Ihnen angestrebte hellste Schattierung des Schlamms aufzutragen. Ich beginne dabei

11 Mit einem steifen Pinsel trägt man zunächst die texturierte Farbe inklusive aller Beimengungen auf das Modell auf

13 ... ziemlich unsinnig ist, nach einer speziell eingefärbten texturierten Farbe zu suchen. Wichtiger ist, dass die Körnung des ... Kit-Modellbauschule VIII

immer mit Tamiya Buff (XF-57) mit der Zugabe von ein wenig Weiß für trockenen Schlamm und JGSDF Brown (XF-72) für nassen oder dunklen Schlamm (12). Sie sehen also, dass es unnötig ist, sich bei der Suche nach texturierten Produkten bezüglich eines spezifischen Farbtons verrückt zu machen. In diesem hier beschriebenen Arbeitsschritt bestimmen Sie nämlich erst den Farbton. Wenn schon, dann geben Sie Ihr Geld für Produkte mit unterschiedlichen Texturen aus! • Jetzt tragen wir wieder mit der Airbrush einen dunkleren Farbton auf, um hier und da einige Schatten zu erzeugen. Dabei sollten man versuchen, diese Farbe an den unzugänglicheren Stellen zu konzentrieren (13). • Mit den beschriebenen Vorgehensweisen können Sie jetzt mehrere überzeugende Wege gehen, Schlamm und Schmutz darzustellen. Resultate bitte wieder mit einer Lage matten Klarlacks versiegeln bevor Sie Ölfarben, Enamels, Pigmente und oder glänzenden Klarlack, eigentlich alles von dem Sie denken, dass es Tiefe verleiht, verwenden (14). Oft sieht man auf Modellen und auch beim großen Vorbild langweilig einheitliche Verschmutzungen auf Rädern, Ketten und an der Wanne. Das ist dann die Realität! Und ja, ein wenig künstlerische Freiheit nimmt dem Modell zwar ein wenig von der strengen Realität. Doch sie sorgt für einen Attraktivitätssprung. Es ist und bleibt Ihre Wahl!

12 Die genaue Farbe und Schattierungen sind im Umgang mit texturierter Farbe erst der zweite Schritt. Sie sehen also, dass es ...

14 ... Produkts unterm Strich passt. Und wie im Bild zu sehen, kann man die texturierte Farbe noch mit vielen Farbeffekten versehen

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Die Typenvielfalt und auch die Preisspannen bei Airbrushes sind enorm. Dennoch sollte man nicht dem Trugschluss erliegen, dass man für gute Resultate immer gleich ein kleines Vermögen investieren muss

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Materialien

Mit Versuch und Irrtum zum Erfolg

Die Airbrush, Ihr bester Freund Die Airbrush ist ein Werkzeug, das im modernen Modellbau nicht zu ersetzen und wegzudenken ist. Und dennoch fühlen sich viele im Umgang mit ihr nicht behaglich und bisweilen gehemmt

Der Umgang mit der Airbrush ist eines der Felder, die für den Modellauer zunächst einmal Übung, Übung und nochmals Übung bedeuten. Und am besten ist es, wenn man, bevor man sich an einer Modelloberfläche zu schaffen macht, auf Papier übt. Papier ist günstig, man sieht auf weißem Papier genau, wie die Farbe dort auftrifft und vieles andere mehr. Hier können und sollten Sie ausgiebig herumexperimentieren. Sie werden sehen, wie schnell Sie Ihre Airbrush ganz selbstverständlich und virtuos bedienen lernen

Kit-Modellbauschule VIII

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Ein sauberes Spritzbild ist kein Zufall. Verdünnung, Luftdruck, Handling der Airbrush aber auch die Farbqualität müssen stimmen!

Keine Angst, ich weiß, dass ich bereits im Grundierungskapitel einiges über den erfolgreichen Gebrauch einer Airbrush gesagt habe. An dieser Stelle möchte ich noch einige abschließende Überlegungen platzieren: • Benötigt man eine teure Airbrush, um zu guten Ergebnissen zu gelangen? Nein, das ist nicht der Fall! 95% der Airbrusharbeiten, die bei den hier vorgestellten Modellen und auch bei vielen meiner älteren Werke anfielen, habe ich mit einer Airbrush, die weniger als 50 Euro gekostet hat, durchgeführt. Es handelt sich dabei um eine Airbrush mit einer 0,2-Millimeter-Nadel.

Geld spielt kaum eine Rolle Eine Airbrush mit einer 0,3-Millimeter-Nadel verwende ich lediglich für Grundierungsarbeiten oder für die zuvor beschriebene Haarspray-Technik. Es ist andererseits auch richtig, dass ich für feinere oder zartere Arbeiten meine sehr geschätze Iwata oder die Badger aus der Renegadeserie nutze. Dabei handelt es sich in der Tat um teurere Airbrushes. Doch ich greife auf sie lediglich bei den äußerst feinen und anspruchsvollen Arbeiten zurück. • Wichtig ist, dass Sie den Umgang mit Ihrer Airbrush üben, bevor Sie Ihr Modell damit lackieren. Versuchen Sie, regelmäßige gerade und feine Linien mit Ihrer Airbrush zu erstellen (siehe vorherige Seite!). Üben Sie so lange, bis Sie sich im Umgang mit ihr wohl und sicher fühlen. Denn Ihre Airbrush ist Ihre beste Waffe. Nutzen Sie sie einfach auf die richtige Art und Weise! • Die Dauerbrenner-Themen im Airbrush-Umfeld sind Verdünnung und Luftdruck. Hier nun zum diesem Themenkreis ein wirklich nützlicher Tipp: Halten Sie den 36

Luftdruck, den Ihr Kompressor an die Airbrush abgibt, konstant bei 1,5 bar und versuchen Sie auf dieser Basis verschiedene Verdünnungsverhältnisse der von Ihnen verwendeten Farben/Lacke. Sie probieren so lange die Verdünnung systematisch schrittweise anzupassen, bis Ihnen das Verhalten Ihrer Airbrush und der verwendeten Farbe zusagt.

Versuch und Irrtum aber mit nur einer Variable! Wenn Sie nämlich zugleich die beiden Komponenten Druck und Verdünnung verändern, werden Sie verrückt. Das bedeutet nämlich einen starken Anstieg der Komplexität des Problems. Halten Sie daher den Druck konstant und finden Sie das Ihnen zusagende Verdünnungsverhältnis. Erst wenn Sie mit der Thematik deutlich vertrauter sind, können Sie beginnen, auch mit der Veränderung des Luftdrucks und mit den daraus resultierenden Ergebnissen zu experimentieren. Das ist der Weg, wie man wirklich lernt, mit einer Airbrush umzugehen! Ignorieren Sie die Rezepte anderer Modellbauer bezüglich Druck und Verdünnungsverhältnissen einer Farbsorte. Finden Sie Ihre eigenen Mischverhältnisse! • Eine Linie, die man mit der Airbrush zeichnen möchte, wird um so feiner, je näher man die Airbrush über die zu lackierende Oberfläche führt. Umgekehrt gilt natürlich auch: Je größer die Entfernung zwischen Objekt und Airbrush desto gröber die Sprühstriche . Mit einer Airbrush sind manchmal viele feine Lackschichten für einen deckenden Farbauftrag nötig. Auch hier gilt, halten Sie die Airbrush dauernd in gleichmäßiger Bewegung. Beachten Sie unbedingt die Trocknungszeiten aller Farb- und Lackschichten!

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Materialien

Mehr als nur „Farbkleckse“

Pigmente Pigmente sind die wahren Aufsteiger in der Gunst der Modellbauer im vergangenen Jahrzehnt und nicht mehr aus der Hobbygegenwart wegzudenken Einsatz von Pigmenten

Pigmentschnellübersicht Marke MIG productions

Farbtonbezeichnung Gulf War Sand

Produktnummer P037

MIG productions MIG productions

Light Dust Light Rust

P037 P024

MIG productions

Old Rust

P024

MIG productions

Russian Earth

P034

MIG productions

Dry Mud

P032

AK interactive

Steel

AK 086

AK interactive

North Africa Dust

AK 041

AK interactive

European Earth

AK 041

AK interactive

Black

AK 039

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Wofür setzte ich sie ein? Grundsätzlich für Staub auf Flächen. Zum Mischen leichter Schlammschattierungen Grundsätzlich für Staub auf Flächen Rosteffekte (beschädigte Bereiche, Auspuffrohre …) Rosteffekte (beschädigte Bereiche, Auspuffrohre …) Dunkler Schlamm (nass), Feuchtigkeitseffekte. Zum Mischen dunkler Schlammschattierungen Schlamm (trocken) und zum Mischen ganz allgemein für Schlammschattierungen (helle wie auch dunkle) Für metallische und polierte Oberflächen. Waffen und Werkzeuge Grundsätzlich für Staub auf Flächen. Zum Mischen leichter Schlammschattierungen Schlamm (trocken) und zum Mischen ganz allgemein für Schlammschattierungen (helle wie auch dunkle) Verbrannte oder angesegte Stellen und zum Mischen von nassen Schlamm- und Feuchtigkeitseffekten

Ich nutze gerne Pigmente verschiedener Hersteller wie etwa von MIG productions, von AK interactive sowie von Ammo of Mig (1). Selbstverständlich kann man auch Pigmente anderer Marken ebenso wie die in den Großgebinden des lokalen Künstlerbedarfhandels verwenden. Aber wie im echten Leben so auch im Modellbau sind die verwendeten Materialien eigentlich nur eine Frage des Geschmacks und der Gewohnheit. Ich verwende für das Weathering die in der nebenstehenden Tabelle aufgelisteten Pigmente. Ich mische normalerweise mehrere Pigmente auf einem Stück Papier, genau wie ein Maler es täte, um eine möglichst reiche Palette von Matsch- oder Staubtönen zu erhalten (2). Versuchen Sie dabei, eine möglichst reiche Farbpalette zu erstellen. Denn beispielsweise eine gänzlich homogene Staubschicht allein reicht schon, den Eindruck eines Modells nachhaltig zu stören. Das Modell wirkt nur noch künstlich und langweilig. Die Pigmente aufzutragen, ist sehr leicht. Man gibt sie auf die gewünschten Stellen und fixiert sie, indem man Fixierer der passenden Marke, wie wir uns jetzt schon gedacht haben, hinzugibt. Ich möchte Ihnen an dieser Stelle noch einen Tipp, der sehr gut funktioniert, mit an die Hand geben. Eine Hauptrolle spielt dabei der fast schon überall anzutreffende Acryl-Verdünner X-20a von Tamiya (3). Hat man das Pigment erst einmal an der richtigen Stelle platziert, geben Sie einige Tropfen Verdünner hinzu und lassen Sie diesen durch Kapillarwirkung vom Pigment aufsaugen. Dann die Mischung für circa 20 bis 30 Minuten trocknen lassen. Wiederholen Sie den Prozess, bis Sie den mit den Pigmenten angestrebten Weatheringeffekt erzielt haben. Anhand der im weiteren Verlauf dieses Buches gezeigten Modelle demonstriere ich den Umgang mit Pigmenten. Auch zeige ich, wie man verschiedene Arten von Schlammeffekten (nasse wie auch trockene) mit Pigmenten erzielt. Lesen Sie einfach weiter! 37

Bemalungskonzepte

Die Arbeitsschritte im Überblick

Von der Grundierung zur Schlammschlacht 38

Die Bemalung von Militärfahrzeugmodellen ist im wahrsten Sinne des Wortes eine vielschichtige Angelegenheit geworden

Die in der folgenden Übersicht beschriebenen Arbeitsschritte gehören, gleich ob man nun Fortgeschrittener ist oder nicht, fast schon zum Modellbaualltag. Das ist auch verständlich, denn die Ergebnisse sind, wie diese Bilder demonstrieren, durchaus eindrucksvoll

Übersichtstabelle ab Seite 40

Seit vielen Jahren gibt es bei den Modellbauern mehr oder weniger bekannte „Rezepte“ mit denen sie ihre Fahrzeuge bemalen. Bevor wir eine neue Herangehensweise vorstellen, wollen wir den bis heute praktizierten Stand der gängigsten Arbeitsschritte je nach Zielgruppe in einer Übersicht zusammenfassen Kit-Modellbauschule VIII

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Fahrzeugbemalung

Übersicht der grundlegenden Arbeitsschritte* Arbeitsschritt

Sinn und Zweck des Arbeitsschritts

Grundierung

Primer trägt man auf, um eine farblich und strukturell homoge- man besonders gut noch bestehende Oberflächenmängel, wo nachgeschliffen oder nachgespachtelt werden muss. ne Oberfläche zu erhalten. Nach dem Primerauftrag erkennt

Preshading/ Vorschattierung

Mit dem Preshading kann man schon in einem frühen Lackierstadium räumliche Akzente setzen indem man Fugen und

Vertiefungen auf der Modelloberfläche mit dunkler Farbe mit Hilfe der Airbrush nachzieht.

Basislackierung/ Auftrag der Grundfarben

Grundfarbe des Modells lackieren mit homogenem Farbauftrag auf allen Flächen

Grundfarbe des Modells auftragen. Nicht überall der gleich homogene Farbdeckung auf allen Flächen. Sorgen Sie hier für moderate Kontraste

Lichter

Mit Highlights kann man die Grundfarbe auflockern. Traditionell highlightet man Flächen wie etwa Panzerplatten in deren Zentrum. Um dieses Zentrum herum, das am hellsten erstrahlt, sollte man in konzentrischen Kreisen Helligkeitsstufen in

abnehmender Intensität auftragen. Je feiner diese Stufungen sind desto besser. Im gleichen Maße wie man sich dabei vom Zentrum entfernt, nimmt auch die Helligkeit ab, bis man außen schließlich im fließenden Übergang in der Grundfarbe endet.

Schatten

Schatten helfen die gesetzten Lichter zu akzentuieren. Man sollte die extremen Schattenpartien und so das Maximum der

abgedunkelten Grundfarbe an den tiefer gelegenen oder verborgenen Stellen eines Modells konzentrieren

Acryl-Highlighting

Hervorheben respektive Highlighten aller Modelldetails wie zum Beispiel Nieten, Bolzen, Luken, Handgriffe, Ecken und

andere aus der Fläche hervorragende Dinge. Verwenden Sie einen feinen Pinsel.

Versiegelung

Schützt Grundlackierung und Lichter

Decals

Nachahmung der historischen Fahrzeugmarkierungen und Individualisierung des Modells

Aufgemaltes Chipping

So soll das möglichst reale Aussehen von im Einsatz stehenden Fahrzeugen wiedergegeben werden, die dort Treffer, Beulen, Schrammen und andere Schäden erhalten haben.

Filter

Mit Filtern verändert man die Grundfarbe an einigen Teilen des man in ihrer Wirkung mit Farbfolien, die vor eine Lichtquelle Modells graduell, und belebt sie entsprechend. Diese Filter kann gehalten werden, vergleichen (häufig in Fotostudios genutzt).

Versiegelung

Schützt die mit Filter versehenen Flächen und die dortigen Effekte

Washing

Setzt Akzente und verleiht den Details und Strukturen des Modells Tiefe

Zurüstteile bemalen

Jedes Material (nacktes Metall, Holz, Stoffgewebe, Gummi) in möglichst realen Farben bemalen

Fading

Fading, Nutzungsspuren und andere Farbeffekte wie zenitale Lichttechnik

Vertikales Weathering

Regenspuren und vertikale Schmutzspuren

Schlamm und Staub

Verwitterung und Schmutzspuren eines Fahrzeugs im Einsatz in der Natur

Abschließende Arbeiten für die angestrebte Gesamtoptik

Sind erst die wichtigsten Schmutzspuren auf dem Modell aufgetragen, sollte man diese weiter verfeinern. Dazu gehören Schmiermittel- und Ölspuren (Ölfarben), blankgescheuerte

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Metallteile (Graphit), nochmalige Washings wenn nötig, Nachzeichnen von Kratzern und Abblätterungen. Sie selbst bestimmen hier die Grenzen dieser Arbeiten!

*Bei den gelb unterlegten Arbeitsschritten handelt es sich um solche, die von fortgeschrittenen/erfahrenen Modellbauern eingeschoben werden

Verwendetes Material

Das sollten Sie beachten

Primer der Marken Vallejo, Citadel, Tamiya, AK interactive, Ammo of Mig

Alle Oberflächen, die irgendwie verschmutzt sind, sollten geschliffen werden bis sie makellos sind.

Jede Farbsorte möglich

Wählen Sie einen geeigneten Vorschattierungsfarbton. Je dunkler die Grundfarbe, desto dunkler

Grundfarben aus den Farbsortimenten von Tamiya, Vallejo, AK interactive, Lifecolor, Gunze mit den dazu passenden Verdünnern

Verwenden Sie immer eine hellere Farbe als beim fertigen Modell angestrebt, da alle Weatheringschritte die Modelllackierung insgesamt abdunkeln.

Stark aufgehellte Grundfarbe. Abhängig von der jeweiligen Grundfarbe kann man Buff, Weiß, DeckTan oder Gelb verwenden

Der Übergang zwischen den unterschiedlichen Lichtstufen muss sanft und fließend sein. Immer in kleinen Schritten vorgehen. Keine Angst, dass Sie beim Lichtersetzen zu forsch vorgehen. Es ist

grundsätzlich leichter sie in den weiteren Arbeitsschritten abzudunkeln als eine dunkle Basis später mit Highlights zu versehen!

Abgedunkelte Grundfarbe

Bitte nicht übertreiben, sonst wirkt alles zu schwarz, dunkel und unrealistisch.

Tamiyas Smoke eignet sich häufig für diesen Arbeitsschritt.

Jedes Acrylfarbsortiment



Jeder Acryl-Klarlack

Auftrag schön gleichmäßig über das gesamte Modell.

Nassschiebebilder oder Dry-Transfers (Abreibemarkierungen)

Nassschiebebilder (Decals): Nutzen Sie für die bessere Anschmiegfähigkeit des Decals auf unebenen Untergründen entsprechende Weichmacher und Decal-Setter-Produkte. Ist das Decal erst einmal auf der Modelloberfläche getrocknet, fixieren Sie es mit Klarlack. Abreibemarkierungen: Nutzen Sie beim Abreibevorgang einen Zahnstocher oder einen Stift.

Erleichtern Sie sich die Arbeit, indem Sie den aufzureibenden Markierungsabschnitt vor dem eigentlichen Abreibevorgang zurechtschneiden und mit Maskierband verrutschsicher auf dem Modell befestigen! Sind die Markierungen auf das Modell übertragen, fixieren Sie diese dort mit einer Klarlackschicht.

Prinzipiell mit Acrylfarben, Enamels, Ölfarben und anderen möglich. Empfohlen werden aber Acrylfarben: 50% Rot + 50% Schwarz oder entsprechende speziell dafür entwickelte Produkte.

Weniger ist mehr! Produzieren Sie diese Spuren nur an Stellen, wo sie Sinn machen. Denken Sie dabei an Stellen wie diese, wo die Besatzung in das Fahrzeug

steigt, an Wartungs- und Reparaturklappen, bewegliche Teile, Einschläge von kleinen oder mittleren Kalibern und viele andere Dinge mehr.

Stark verdünnte Enamel- oder Ölfarben

Die Filter sollte man mit Sorgfalt auswählen, da man sonst die bisher erzielten Resultat gefährdet. Testen Sie

die Filter zunächst an später nicht mehr sichtbaren Stellen des Modells. Beachten Sie die Trocknungszeiten!

Jeder Acryl-Klarlack

Nur auftragen, wo Sie Filter angewendet haben

Ölfarben, Enamels oder Acrylfarben

Abhängig von der Grundfarbe sollte man ein möglichst passendes Wash aussuchen. Reines Schwarz ist längst

nicht immer eine gute Lösung. Raw Umber (ungebranntes Umbra) ist fast für alle Grundfarben geeignet.

Ölfarben, Enamels oder Acrylfarben

Acrylfarben haben oft eine seidenmatte oder sogar glänzende Optik. Das sollte man unbedingt bei

Stoffgeweben bedenken. Daher in diesem Fall nicht die Schicht matten Klarlacks vergessen!

Künstlerölfarben

Bitte unbedingt auf die Trocknungszeiten achten und nach jedem Schritt das Ergebnis mit Acryl-Klarlack sichern.

Öl- oder Acrylfarben

Diese Effekte wieder kleinflächig mit stark verdünnmit einer überlappenden Vorgehensweise. ter Farbe auftragen. Die besten Resultate erzielt man

Ölfarben, Pigmente, Enamels, Acrylfarben und strukturierte Farben

Manchmal ist weniger mehr. Ein schmutziger Tank ist eben nicht von oben bis unten im gleichen Maße verschmutzt.

Jedes Material, was für diese finale Arbeiten notwendig und sinnvoll erscheint

Dann, wenn Sie denken, dass Sie das Modell fertig gestellt haben, legen Sie es für einige Tage zur Seite. Schließlich nehmen Sie es nochmals zur Hand und betrachten es kritisch. Denn die Erfah-

Kit-Modellbauschule VIII

sollte der Preshading-Farbton sein.

rung lehrt, dass die besten Ergebnisse und die „magischen“ Effekte erst dadurch erreicht wurden, dass man das Modell für einige Tage aus der Hand gelegt hat.

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Bemalungskonzepte

Alte und neue Methoden

Die Schwarz-Weiß-Technik Es tut sich so einiges im Bereich der Militärfahrzeuge und der Frage, wie man diese bemalt. Eine Möglichkeit ist der Einfarbtarnanstrich – und dieses Erfolgsrezept möchte ich nun mit Ihnen teilen!

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3 1 bis 3: Der irakische T-55 Kampfpanzer „Enigma“ ist mit seiner charakteristischen Zusatzpanzerung ziemlich auffällig. Einen wohltuenden Kontrast dazu bildet der Einfarbtarnanstrich. Doch ohne nüchtern und langweilig zu wirken, scheinen die einzelnen Flächen, von denen dieses Fahrzeug reichlich bietet, regelrecht zu leben. Das ist das Ergebnis meiner Schwarz-Weiß-Technik, die ich auf den folgenden Seiten erkläre

Kit-Modellbauschule VIII

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Obwohl sich Modellbauer tagtäglich am Miliärfahrzeugvorbild orientieren, ist es dagegen aber recht wahrscheinlich, dass sie Modelle eher auf eine künstlerische als eine strikt realistische Weise wiedergeben. Genannt seien an dieser Stelle nur einmal die zenitalen Lichteffekte und der Farbmodulationsstil. Dazu kommt, dass die große Vielzahl neuer Finishing-Produkte (Washes, Filter, Ölfarben ...) uns scheinbar unzählige Möglichkeiten geben, unsere Modelle darzustellen. Lediglich unsere eigene Vorstellungskraft und ein wenig Realismus setzen uns Grenzen.

Es wird eigentlich immer aufwendiger Aber die andere Seite der Medaille sind einerseits der immense Zeitaufwand, all diese neuen Techniken anzuwenden, andererseits ist es die Farbtheorie. Warum verhält es sich so, dass – mich eingeschlossen – gefühlte 99 Prozent der Modellbauer davon nur eine ganz vage Vorstellung haben. Das kann dann zum Problem werden, will man die tollen Ergebnisse von Modellbauern nachahmen, die virtuos die genannten Techniken anwenden. Denn man sollte 44

schon ganz genau wissen, wie man jede Farbe aufhellt oder abdunkelt, um die angestrebte Farbnuance eines speziellen Farbtons von maximalem Lichteinfall bis hin zu maximaler Dunkelheit wiedergeben und treffen zu können.

Ein neuer Akteur betritt die Bühne Die Schwarz-Weiß-Technik umgeht geschickt den gesamten Farbtheoriekomplex. Ihre Schwarz-Weiß-Basis ist der Schlüssel zu einer schönen schattierungsreichen (einfarbigen) Grundlackierung Ihres Modells. Die Schwarz-WeißBasis entsteht einzig durch die Verwendung der Farbtöne Schwarz und Weiß und so vielen Grautonabstufungen, wie wir wollen. Üblicherweise sind es aber nur vier. Wir bemalen die verschiedenen Teile eines Modells in verschiedenen Grautönen, abhängig davon wie stark sie dem Licht ausgesetzt sind – eigentlich genauso, wie wir es bei der Figurenbemalung machen. Auf diese schwarz, weiß und grau schattierte Basis tragen wir die Fahrzeuggrundfarbe in transparenten Schichten auf. Die Schwarz-Weiß-Basis kann aber durch sie hindurchscheinen beziehungsweise

Bei uns Modellbauern ist mittlerweile die Grundierung mit Primer, der möglichst dem Fahrzeug-Grundfarbenton entspricht, üblicherweise der erste Schritt. Und genau diesen ersten Schritt scheinen wir mit allem was wir dann tun, fast schon ungeschehen machen zu wollen! Denn wir setzen traditionell Highlights und Schatten, um das Modell, aber eigentlich wohl eher seine Grundbemalung zu beleben und zu verbessern. Doch mit den Ergebnissen, die diese Schritte liefern, scheinen wir auch nicht glücklich zu sein – mag sein, dass wir die viel zu groben Ergebnisse verabscheuen. Als Reaktion darauf bombardieren wir die Modelle mit Ölfarben, Farbfiltern und anderen Produkten, um ein Aussehen zu kreieren, dass man für attraktiv und realistisch hält. Realistisch zumindest wenn man den Kriterien von Modellbauern und der künstlerischen Freiheit folgen will. Wir können dann sagen, dass ein Fahrzeug gut bemalt ist, wenn, um als Beispiel mal ein olivgrünes Fahrzeug heranzuziehen, es eine Anzahl von Farbtonnuancen, verwitterte Stellen und tausende andere verschiedene Effekte aufweist, die es für das Auge de Betrachters attraktiv machen.

Und das Ende vom Lied?

Aus dieser Perspektive sieht man noch viel besser, dass beim T-55 „Enigma” farblich jede Fläche fast schon ihre eigene Geschichte erzählt. Die Technik, die dahinter steckt, ist hingegen wirklich leicht zu erlernen

Das Einzige, wo wir absolut sicher sein können, ist, dass schließlich am gesamten Modell kein einziger Quadratmillimeter im ursprünglichen Grundfarbton mehr sichtbar ist. Eines der Prinzipien bei den herkömmlichen Bemalungsmethoden und der scheinbar unwidersprochenen Paradoxa liegt im Folgenden: Zunächst ist man bemüht, die Grundfarbe in einer so starken und widerstandsfähigen Schicht aufzutragen, dass sie die späteren teilweise recht aggressiven Bemalschritte unbeschadet übersteht. Das klingt für mich immer irgendwie schräg und will mir nicht sinnvoll erscheinen.

Das Preshading wies in die richige Richtung wirken. Daher werden also die verschiedenen Schattierungen der Grundfarbe eigentlich dank der darunter liegenden Schwarz-Weiß-Basis erzeugt. So ist die Wirkung unserer Grundfarbe hell und strahlend, wenn sie auf einer hellgrauen oder weißen Stelle der Schwarz-Weiß-Basis liegt. Dementsprechend wirkt sie dunkel, sollte sie auf einem dunklen Abschnitt der Schwarz-Weiß-Basis liegen.

Warum dieses Schwarz-Weiß-Konzept? Eine Sache hat meine Aufmerksamkeit von dem Zeitpunkt ab, wo ich wieder in die Welt des Plastikmodellbaus eingetaucht bin, erregt. Und ich spreche hier sowohl über das Thema der Grund- als auch Basisfarbe allgemein. Als solches handelt es sich bei diesem Schritt im Bemalungsprozess eigentlich um den Auftrag einer einzelnen homogenen Farbschicht, die das gesamte Modell bedeckt. Ganz genau so wie das auch in einer Fabrik geschieht. Dort lackiert man ein Fahrzeug in einer oder mehreren Farben aber gleichmäßig beziehungsweise mit homogenen Farbschichten. Kit-Modellbauschule VIII

Und betrachte ich meine Entwicklung heute, so gebe ich zu, dass es schon immer Lackierschritte vor dem Auftrag der Grundbemalung gab, wie beispielsweise das Preshading, die in die richtige Richtung im Umfeld des Aufbringens der Grundbemalung wiesen. Jedoch wurde das Preshading nicht zu Ende gedacht und meist ohne besondere Akzentuierung und oft sogar ganz falsch aufgetragen, indem man es mit gleicher Intensität und Anordnung auf dem ganzen Modell verteilte. Im Sommer 2011 saß ich mit den beiden exzellenten Modellbauern Luciano Rodriguez und Domingo Hernández in einem japanischen Restaurant in Santa Cruz auf Teneriffa. Unter dem Einfluss des japanischen Sapporo-Biers hatte ich eine Idee, die, wenn sie sich bei Tests als brauchbar erweisen würde, viele der belastenden Prozeduren, die die Modellbauer quälen, beiseite wischen würde.

Ja, was wäre wenn ... Was wäre, wenn wir die Arbeitsschritte vor dem Auftrag der Grundfarbe so gelungen und gut gestalten würden, dass wir die zahlreichen Behandlungen, die wir bisher für 45

Für das Gelingen der Bemalung der Schwarz-Weiß-Basis benötigen sie lediglich Weiß, drei oder vier dazwischen abgestufte Grauschattierungen (Mix 1 bis 4) und Schwarz

4

5 Zunächst erhält das Modell eine Grundierung mit grauem Primer. Auf diese bringt man ein Preshading mit Schwarz auf. Auf den Bildern 4 bis 6 sieht man dann, wie man Schritt für Schritt die zu scharfen Preshading-Kontraste mit immer stärker aufgehelltem Grau abmildert und so zu fließenden Übergängen gelangt

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nötig hielten, auslassen könnten? Was wäre wenn wir auf unser Modell einfache Highlights mit Hilfe einfach zu handhabender Farben auftragen könnten? Wie wäre das, wenn wir uns ein für allemal aller allzu komplizierter Überlegungen entledigen könnten? Darunter verstehe ich Überlegungen, die man für das überzeugende Highlighten/Aufhellen und Abdunkeln beziehungsweise Schattieren der Farben, gemäß der bisher angewendeten Methoden, anstellen musste. Was wäre, wenn wir in der Lage wären, geweatherte Modelloberflächen zu erzeugen, bei denen wir schon beim Auftrag der Grundfarbe einen guten Eindruck vom Endergebnis bekommen? Dieser Artikel handelt genau von der Realisierung dieser Idee, die aus einer Sapporo-Bier-Bierlaune heraus geboren wurde. Er handelt von den Antworten auf die Fragen, die ich zuvor gestellt habe.

Was bedeutet das jetzt für mich? Wie Sie beim weiteren Lesen feststellen werden, ist mit der Schwarz-Weiß-Technik auch für mich nicht das Ende der klassischen Bemalungstechniken gekommen. Nein, meine Schwarz-Weiß-Technik lässt sich sogar sehr gut in die zuvor in einer tabellarischen Auflistung beschriebenen Arbeitsschritte einbauen. Das zeigt eine weitere tabellarische Übersicht auf der kommenden Doppelseite. Aber, wer möchte, kann mit der Schwarz-Weiß-Technik schon recht früh zu Ergebnissen gelangen, die so auf traditionellem Weg eben nicht oder nur sehr umständlich möglich waren.

Hier sind die Übergänge von den dunkelsten hin zu den hellsten Stellen am Modell schon recht fließend. Betrachtet man sich das Modell unter einer senkrechten Lichtquelle aus allen Winkeln, kann der Modellbauer erkennen, welche Stellen besonders hell oder auch verschattet erscheinen sollten

6

Highlights lassen sich am besten mit reinem Weiß mit dem Pinsel auftragen. Bei extremen Schattenstellen kommt Schwarz zum Zuge 7

Für mich selbst und die meisten meiner Bemalungsprojekte ist sie zur Ausgangsbasis geworden. Sie hilft mir fast schon wie eine Skizze dem Maler, schnell zu verstehen, wie das fertige Modell einmal mit Schatten und gesetzten Lichtern wirken kann und soll.

Die Schwarz-Weiß-Basis Bevor wir mit der eigentlichen Schwarz-Weiß-Basis beginnen, erhält das Modell noch eine Grundierung mit grauem Primer (siehe Kapitel Grundierungen). So, und jetzt zum ersten Schritt auf dem Weg zur Schwarz-Weiß-Basis: Wir verwenden reines Schwarz. Ich schlage vor, mit einem ganz einfach allgemeinen Preshading über das gesamte Modell zu beginnen (4). Wie bereits weiter oben beschrieben, handelt es sich dabei um eine Technik, die einerseits Ihrem Modell mehr Tiefe verleiht. Andererseits hilft sie, die besonders attraktiven Stellen des Modells zu identifiKit-Modellbauschule VIII

zieren, die in den folgenden Bemalungsschritten gehighlightet werden. Wenn erst einmal das grundlegende Preshading abgeschlossen ist, nimmt man einen mittleren dunkelgrauen Farbton, wie zum Beispiel Mix 3. Mit diesem beginnt man, den Kontrast zwischen dem neutralen grauen Primer und dem puren Schwarz des Preshadings zu reduzieren. Man schafft also etwas feinere Übergänge (5). Dann fügt man dem mittleren Dunkelgrau ein wenig reines Weiß (Mix 2) hinzu und fährt mit dem Highlighten des Modells fort. Oben liegende und schräg geneigte Oberflächen erhalten mehr Lichteinfall, daher werden diese heller als Vertikale oder andere Oberflächen, die nicht direkt dem Licht ausgesetzt sind, lackiert (6). Die beste Methode herauszufinden, wie man die Schwarz-Weiß-Basis richtig lackiert, ist, einige Bilder des Modells, bei dem dieses von einer vertikalen Lichtquelle beleuchtet wird, zu machen. 47

Tabelle Arbeitsschrittübersicht Bemalung

Schwarz-Weiß-Technik im Kontext traditioneller Bemalungsarbeitsschritte* Arbeitsschritt

Sinn und Zweck des Arbeitsschritts

Grundierung

Primer trägt man auf, um eine farblich und strukturell homoge- man besonders gut noch bestehende Oberflächenmängel, wo ne Oberfläche zu erhalten. Nach dem Primerauftrag erkennt nachgeschliffen oder nachgespachtelt werden muss.

Preshading/Vorschattierung

Mit dem Preshading kann man schon in einem frühen Lackierstadium räumliche Akzente setzen, indem man Fugen und

Vertiefungen auf der Modelloberfläche mit dunkler Farbe mit Hilfe der Airbrush nachzieht.

Schwarz-Weiß-Basis

Im Bestreben, zenitale und Farbmodulationseffekte zu erzielen, beantworten Sie sich dabei grundlegende Fragen, wie zum

Beispiel die, welche Fahrzeugteile besonders dem Lichteinfall ausgesetzt sind und welche nicht.

Schwarz-Weiß Pre-Weathering

Erzeugt die gleichen Effekte auf Militärfahrzeugmodellen wie sonst in den späten Arbeitsschritten des Weatherings. Hier kann man Möglichkeiten austesten und Dinge versuchen, die

man sonst niemals täte, denn alles, was nicht gefällt, kann später versteckt werden!

Basislackierung/ Auftrag der Grundfarben

Grundfarbe des Modells auftragen. Nicht überall die gleich homogene Farbdeckung auf allen Flächen. Dort, wo die PreWeathering-Effekte gelungen sind, sollte die Grundfarbe

nahezu transparent erscheinen. Und dort wo es nicht gelungen ist, macht ein deckenderer Grundfarbauftrag Sinn. Sorgen Sie hier für moderate Kontraste.

Lichter

Um die Grundfarblackierung interessanter zu gestalten, versieht man einige Teile des Modells mit einem Highlight. Traditionell highlightet man Flächen wie etwa Panzerplatten in deren Zentrum. Um dieses Zentrum herum, das am hellsten erstrahlt, sollte man in konzentrischen Kreisen Helligkeitsstu-

fen in abnehmender Intensität auftragen. Oder man beginnt an dieser Stelle damit, eine Art von zenitalen Effekten hinzuzufügen, indem man das Licht auf die höchsten, also die der Sonne besonders exponierten Stellen eines Fahrzeugs konzentriert.

Schatten

Schatten helfen, die gesetzten Lichter zu akzentuieren. Man sollte die extremen Schattenpartien und so das Maximum der

abgedunkelten Grundfarbe an den tiefer gelegenen oder verborgenen Stellen eines Modells konzentrieren.

Acryl-Highlighting

Hervorheben respektive Highlighten aller Modelldetails wie zum Beispiel Nieten, Bolzen, Luken, Handgriffe, Ecken und

andere aus der Fläche hervorragende Dinge. Verwenden Sie einen feinen Pinsel.

Versiegelung

Schützt Grundlackierung und Lichter

Decals

Nachahmung der historischen Fahrzeugmarkierungen und Individualisierung des Modells

Aufgemaltes Chipping

So soll das möglichst reale Aussehen von im Einsatz stehenden Fahrzeugen wiedergegeben werden, die dort Treffer, Beulen, Schrammen und andere Schäden erhalten haben.

Filter

Mit Filtern verändert man die Grundfarbe an einigen Teilen des Modells graduell, und belebt sie entsprechend. Diese Filter kann

Versiegelung

Schützt die mit Filter versehenen Flächen und die dortigen Effekte

Washing

Setzt Akzente und verleiht Details und Strukturen des Modells Tiefe

Zurüstteile bemalen

Jedes Material (nacktes Metall, Holz, Stoffgewebe, Gummi) in möglichst realen Farben bemalen

Fading

Fading, Nutzungsspuren und andere Farbeffekte wie zenitale Lichttechnik

Vertikales Weathering

Regenspuren und vertikale Schmutzspuren

Schlamm und Staub

Verwitterung und Schmutzspuren eines Fahrzeugs im Einsatz in der Natur

Abschließende Arbeiten für die angestrebte Gesamtoptik

Sind erst die wichtigsten Schmutzspuren auf dem Modell aufgetragen, sollte man diese weiter verfeinern. Dazu gehören Schmiermittel- und Ölspuren (Ölfarben), blankgescheuerte

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man in ihrer Wirkung mit Farbfolien, die vor eine Lichtquelle gehalten werden, vergleichen (häufig in Fotostudios genutzt).

Metallteile (Graphit), nochmalige Washings wenn nötig, Nachzeichnen von Kratzern und Abblätterungen. Sie selbst bestimmen hier die Grenzen dieser Arbeiten!

*Die so unterlegten Arbeitsschritte und Passagen beschreiben die grundlegenden Elemente der Schwarz-Weiß-Technik sowie deren Position im Bemalungsprozess

Verwendetes Material

Das sollten Sie beachten

Primer der Marken Vallejo, Citadel, Tamiya, AK interactive, Ammo of Mig

Alle Oberflächen, die irgendwie verschmutzt sind, sollten geschliffen werden bis sie makellos sind.

Jede Farbsorte möglich

Wählen Sie einen geeigneten Vorschattierungsfarbton. Je dunkler die Grundfarbe, desto dunkler sollte

der Preshading-Farbton sein.

Ihre persönliche Schwarz-Weiß-Farbpalette: vier Graustufenschattierungen und Schwarz (gleich ob Acryl- oder Enamelfarbe …)

Erzielen Sie schrittweise Farbvariationen mit Ihren vier Graustufenschattierungen zwischen Schwarz und Weiß. Weiß wird dabei nur für die Stellen mit dem maximalen Licht verwendet. Sie können den

Effekt der Schwarz-Weiß-Basis noch zusätzlich durch ein Acrylfarben-Highlighting, bei dem Sie verschiedene Grauschattierungen und Weiß mit der Airbrush auftragen, verstärken.

Ihre persönliche Schwarz-Weiß-Farbpalette: Weiß, vier Graustufenschattierungen und Schwarz (gleich ob Acryl- oder Enamelfarbe …)

Wenn Sie Enamel- oder Ölfarben für schwarze Sie daran, zuvor die Schwarz-Weiß-Basis mit Tamiyay beziehungsweise graue Washings verwenden, denken Clear zu versiegeln.

Grundfarben aus den Farbsortimenten von Tamiya, Vallejo, AK interactive, Lifecolor, Gunze mit den dazu passenden Verdünnern

Verwenden Sie immer eine hellere Farbe als beim fertigen Modell angestrebt, da alle Weatheringschritte die Modelllackierung insgesamt abdunkeln.

Stark aufgehellte Grundfarbe. Abhängig von der jeweiligen Grundfarbe kann man, Buff, Weiß, DeckTan oder Gelb verwenden.

Der Übergang zwischen den unterschiedlichen Lichtstufen muss sanft und fließend sein. Immer in kleinen Schritten vorgehen. Keine Angst, dass Sie beim Lichtersetzen zu forsch vorgehen. Es ist grundsätzlich, sie in den weiteren Arbeitsschritten

abzudunkeln als eine dunkle Basis später mit Highlights zu versehen!

Abgedunkelte Grundfarbe

Bitte nicht übertreiben, sonst wirkt alles zu schwarz, dunkel und unrealistisch.

Tamiyas Smoke eignet sich häufig für diesen Arbeitsschritt.

Jedes Acrylfarbsortiment



Jeder Acryl-Klarlack

Auftrag schön gleichmäßig über das gesamte Modell

Nassschiebebilder oder Dry-Transfers (Abreibemarkierungen)

Nassschiebebilder (Decals): Nutzen Sie für die bessere Anschmiegfähigkeit des Decals auf unebenen Untergründen entsprechende Weichmacher und Decal-Setter-Produkte. Ist das Decal erst einmal auf der Modelloberfläche getrocknet, fixieren Sie es mit

Prinzipiell mit Acrylfarben, Enamels, Ölfarben und anderen möglich. Empfohlen werden aber Acrylfarben: 50% Rot + 50% Schwarz oder entsprechende speziell dafür entwickelte Produkte.

Weniger ist mehr! Produzieren Sie diese Spuren nur an Wartungs- und Reparaturklappen, bewegliche Teile, Stellen, wo sie Sinn machen. Denken Sie dabei an Stellen Einschläge von kleinen oder mittleren Kalibern und viele wie diese, wo die Besatzung in das Fahrzeug steigt, an andere Dinge mehr.

Stark verdünnte Enamel- oder Ölfarben

Die Filter sollte man mit Sorgfalt auswählen, da man die Filter zunächst an später nicht mehr sichtbaren sonst die bisher erzielten Resultate gefährdet. Testen Sie Stellen des Modells. Beachten Sie die Trocknungszeiten!

Jeder Acryl-Klarlack

Nur auftragen, wo Sie Filter angewendet haben

Ölfarben, Enamels oder Acrylfarben

Abhängig von der Grundfarbe sollte man ein möglichst passendes Wash aussuchen. Reines Schwarz ist längst

nicht immer eine gute Lösung. Raw Umber hingegen ist fast für alle Grundfarben geeignet.

Ölfarben, Enamels oder Acrylfarben

Acrylfarben haben oft eine seidenmatte oder sogar glänzende Optik. Das sollte man unbedingt bei

Stoffgeweben bedenken. Daher in diesem Fall nicht die Schicht matten Klarlacks vergessen!

Künstlerölfarben

Bitte unbedingt auf die Trocknungszeiten achten und nach jedem Schritt das Ergebnis mit Acryl-Klarlack sichern.

Öl- oder Acrylfarben

Diese Effekte wieder kleinflächig mit stark verdünnter Farbe auftragen. Die besten Resultate erzielt man mit

Ölfarben, Pigmente, Enamels, Acrylfarben und strukturierte Farben

Manchmal ist weniger mehr. Ein schmutziger Tank ist eben nicht von oben bis unten im gleichen Maße verschmutzt.

Jedes Material, was für diese finale Arbeiten notwendig und sinnvoll erscheint.

Dann, wenn Sie denken, dass Sie das Modell fertig gestellt haben, legen Sie es für einige Tage zur Seite. Schließlich nehmen Sie es nochmals zur Hand und betrachten es kritisch. Denn die Erfahrung lehrt, dass

Kit-Modellbauschule VIII

Klarlack. Abreibemarkierungen: Nutzen Sie beim Abreibevorgang einen Zahnstocher oder einen Stift. Erleichtern Sie sich die Arbeit, indem Sie die Abreibemarkierungen verrutschsicher auf dem Modell befestigen! Im Anschluss mit Klarlackschicht fixieren.

einer überlappenden Vorgehensweise.

die besten Ergebnisse und die „magischen” Effekte erst dadurch erreicht wurden, dass man das Modell für einige Tage aus der Hand gelegt hat.

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8 Gut zu erkennen das Schwarz-WeißChipping mit den Abplatzern in Weiß oder Hellgrau. Und auch das Pre-Weathering kann man ganz genau am Beispiel der Turmzusatzpanzerungselemente studieren

Würden die Ketten nicht fehlen, man könnte meinen, dass man einen Schwarz-Weiß-Schnappschuss eines T-55 Enigma betrachtet. Und auch schon in diesem Zustand hat das Modell einen besonderen Reiz. Das spricht dann aber dafür, dass die Effekte offensichtlich auch für das Auge des Betrachters richtig gesetzt zu sein scheinen

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Drucken Sie diese Bilder aus und nutzen Sie diese als Richtschnur, wenn Sie die Schwarz-Weiß-Basis-Bemalung durchführen. Es ist wirklich leicht! Die maximalen Lichter und Schatten erzielt man, indem man reines Weiß und reines Schwarz mit dem Pinsel aufträgt (7).

Pre-Weathering Jetzt sind wir an einem Punkt angekommen, an dem wir all die Dinge tun, die wir uns in späteren Bemalungsphasen nicht trauen würden, zumal sie dann auch nicht mehr korrigierbar wären. Jetzt ist es an der Zeit, einige Farbabplatzer aufzumalen. Ich empfehle Weiß und für solche Stellen, die im Schatten liegen, Mittelgrau zu verwenden. Seien Sie ganz entspannt, übertreiben Sie es oder untertreiben Sie. Anders ausgedrückt, riskieren sie was! Einige Ergebnisse werden nicht so gut sein, andere werden wir wiederum sehr schön finden. Einige werden zu fein sein, und somit später gänzlich untergehen beziehungsweise verschwinden. Doch allen ist gemein, dass sie uns die erste Chance gegeben haben, Fehler zu machen. Ganz gleich, ob wir nun sofort ins Schwarze getroffen haben oder nicht. Wir haben jetzt immerhin schon mal ein erstes Kit-Modellbauschule VIII

GeraMond Verlag GmbH, Infanteriestraße 11a, 80797 München

Legenden der Lüfte

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Bei diesem Abrams kommt ebenfalls die WüstensandGrundfarbenmischung aus Tamiyas XF-57, XF-59 und XF-2 mit 80 Prozent Verdünner zum Einsatz. Die Devise lautet, transparente Grundfarbschichten aufspritzen!

Chipping. Die Chips/Lackschäden, die gut aussehen und uns gefallen, können bleiben. Es kann sogar passieren, dass uns die ein oder andere Stelle, die uns zunächst nicht zusagt, wenn erst einmal die Grundfarbe transparent aufgetragen ist, deutlich besser gefällt. Denn dann sehen wir sie im Gesamtzusammenhang.

Fehlerkorrektur leicht möglich! Sollte man Chips beseitigt müssen, übermalt man sie mit dem Primer oder anderen Grauschattierungen. Das geht bei einer einfachen Schwarz-Weiß-Basis deutlich leichter als bei allen anderen komplexeren Farbuntergründen. Man kann zu diesem Zeitpunkt sogar Washings oder AcrylfarbenHighlights und andere Techniken, wie wir sie bereits an anderer Stelle in diesem Buch beschrieben haben, anwenden. Um im Zuge des Pre-Weatherings Flecken und Wasserverlauf-spuren zu erzeugen, nutze ich glänzendes Schwarz, gehörig verdünnt, und trage es in unregelmäßigen Konturen auf. Sorgfältig bearbeite ich die Form der so entstandenen Konturen mit einem Baumwolltupfer, bevor die Farbe trocknet (8). Und was ist jetzt das Ergebnis unserer Bemühungen um die Schwarz-Weiß-Basis? Nun, eigentlich haben wir jetzt ein fertig gebautes Militärfahrzeug, das so aussieht, als würden wir mehr oder weniger ein dreidimensionales Schwarz-WeißFoto betrachten. Und das ist auch so beabsichtigt.

Transparente Farbschichten als Grundfarbe Das ist jetzt der Augenblick der Wahrheit. Nun tragen wir die Fahrzeuggrundfarbe auf. Um das zu tun, habe ich eine Mischung mit Tamiyas XF-57 Buff und XF-59 Desert Yellow, der ich eine ordentliche Portion Weiß hinzugefügt habe, erstellt.

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Die transparent aufgetragene Grundfarbe lässt alle wichtigen und gelungenen Effekte der Schwarz-Weiß-Basis durchscheinen. Alle Stellen, die nicht gefallen, werden einfach mit dort deckend aufgebrachter Grundfarbe „eliminiert”

Die Farbe sollte der des Enigma-Originals entsprechen. Wollte ich zu irgendeinem Zeitpunkt die Highlights verstärken, so müsste ich nur Weiß zu dieser Grundfarbenmischung hinzufügen und ich erhielte ein stimmiges Resultat. Diese Grundfarbenmischung, und das muss ich wohl kaum sagen, wird extrem stark verdünnt. Sie besteht schließlich aus 80% Tamiyas Lacquer Thinner. Diese trage ich dann in einer speziellen Art und Weise auf. Wenn Sie also diese stark verdünnte Grundfarbmischung mit der Airbrush spritzen, so öffnen Sie den Farbzufluss bei der Airbrush maximal und spritzen Sie das Fahrzeug aus mittlerer Entfernung und aus jedem Winkel. Dann im Anschluss gehen wir mit deutlich sparsamerem Farbzufluss zur kleinflächigen Arbeitsweise über. Dabei gehen wir Panel für Panel vor. Auf diese Art schaffen wir ganz verschiedene transparente Farbschichten, die von Modellbereich zu Modellbereich variieren. An dieser Stelle können wir auch noch Effekte korrigieren, eliminieren oder sogar verstärken. Wenn Sie die transparenten Farbschichten richtig aufgetragen haben, dann sollten wir in der Lage sein, Farbschäden gefiltert durch die Grundfarbe sehen. Wir sollten ebenso die unterschiedlichen Abstufungen von Highlightintensitäten, Schmutz und die der zenitalen Technik folgenden Farbmodulationen erkennen können. Mit anderen Worten, wir sollten alles das, was wir mit der Schwarz-Weiß-Basis angelegt haben, sehen können. Und das gelingt uns mit Anwendung von nur einer Grundfarbe, wobei wir die Farbtheorien zur Seite geschoben haben. Und dennoch haben wir eine Farbe, die reich an Kontrast und Nuancen ist. Und bisher haben wir gerade mal drei Farben verwendet. Schwarz, Weiß (plus vier Graustufen) und die Grundfarbe.

Jetzt wird’s konkret! Im zweiten Teil des Magazins demonstrieren wir konkret am Modell die Bemalung von Militärfahrzeugen mit einfarbigem Anstrich und die Schwarz-Weiß-Technik

Genial einfach Seite 54

Die grüne Betka Seite 62 Der weiße Tiger Seite 72

Die gepanzerte Generation Seite 88

In die Wüste geschickt Seite 96

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Einfarbanstriche

Panzerkampfwagen B2 (Flamm) von Gaso.line Maßstab 1:48

Genial einfach Gaso.Lines Char B ist ein Modell, das höchsten Ansprüchen gerecht wird. Es lässt sich leicht bauen. Mit ihm wollen wir beginnen, um zu zeigen, wie man einfarbig lackierte Militärfahrzeug-Modelle erstellt

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Anfängerfreundlich: Der Char B eignet sich gut zum Einstieg in die Bemalungstechnik

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1 bis 3: Obwohl die Farbe des Resins nicht sehr schön ist und die meisten Details dieses einzigartigen Panzers verbirgt, ist die Qualität des Modells exzellent. Es handelt sich nach meiner Meinung um eines der besten Resinmodelle überhaupt. Wichtig auch, es verfügt über eine sehr überschaubare Teilezahl. Ich habe lediglich ein wenig Ladegut und Zeltbahnen auf dem Heck hinzugefügt

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5

4 Aufgrund der Vinylketten habe ich mich für einen Acryl-Primer entschieden, da ich nicht wusste, ob Tamiyas Grundierung die Ketten angreift. Bedenken Sie, dass Vinyl-Teile auf Lacke und Klebstoffe oft sehr empfindlich reagieren

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Panzergrau ist schon ein dunkler Farbton. Daher ist die sehr dunkel angemischte Grauschattierung „Mix 4“ die perfekte Wahl für die Pre-Shading-Arbeit und ein wenig Pre-Weathering. Die großen Seitenwände des Char B2 sind der wahre Blickfang und daher auch die Hauptdarsteller dieses Fahrzeugs. Sie sollten sich bei jedem Modell zunächst überlegen, was die interessantesten Stellen sind, um sie auch entsprechend hervorzuheben

6 bis 7: Jetzt ist es an der Zeit, die Schwarz-Weiß-Basis weiter zu bearbeiten, um auf dem gesamten Panzer später schöne Farbvariationen zu erhalten. Ich starte dabei mit dem „Mix 1“ und schließe die SchwarzWeiß-Basis-Arbeit mit dem Auftrag von reinem Weiß ab

Für die Grundfarbe, das Panzergrau, mische ich Mix 3 (ein schon recht dunkles Grau) mit ein wenig XF-18 Medium Blue, um einen leichten Blaustich zu erzielen. Beim Auftrag der Grundfarbe an die 80-prozentige Verdünnung denken!

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10 9 bis 10: Mit dem Weathering kann man jederzeit beginnen. In diesem Fall, verwende ich Schlammfarben von AK interactive aus dem Set AK557 „Tracks and Wheels“. Warum das? Weil es sich um Acrylfarben handelt und diese unproblematisch für meine Vinylketten sind. Wenn ich Plastikketten von Modellkasten oder ähnliche Produkte verwende, verfahre ich genauso. Bei Vinylketten aber vermeiden Sie aus den genannten Gründen bitte Öl- und Enamelfarben. Nur Acrylfarben eignen sich hier!

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11 Mit einer Mischung aus Vallejos French Mirage Blue (Artikelnummer 900) und ein wenig Weiß highlighte ich alle interessanten Details des Modells wie zum Beispiel Luken, Handläufe, Nieten und hervorstehende Elemente

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12 bis 14: Bei Vallejos 70822 German Camouflage Black Brown handelt es sich um die beste Wahl, wenn es um die Erzeugung von Abplatzern/Chippings und Kratzern geht. Ich füge hier und dort all das, wo es mir passend erscheint, der Oberfläche hinzu. Dabei nutze ich neben einem feinen Pinsel auch noch ein Schwämmchen. Allerdings rate ich davon ab, ausschließlich den Schwamm zu nutzen. Das wirkt unrealistisch. Bitte immer die Kombination von Pinsel und Schwämmchen einsetzen!

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15 15 bis 16: Wenn immer möglich, nutze ich Dry Transfers/Abreibemarkierungen. Ich ziehe diese den Decals vor. Das ist aber reine Geschmacksache. Ich finde aber, dass der fehlende Trägerfilm von aufgeriebenen Markierungen einen echten Vorteil gegenüber den Decals darstellt. Zunächst fixiere ich die Abreibemarkierung mit Maskierband. Dann nehme ich einen Stift oder Zahnstocher zur Hand und reibe mit sachtem Druck von hinten über die Trägerfolie des Dry Transfers fahrend die Markierung auf die Modelloberfläche. Wenn das sorgfältig geschehen ist, kann man die Trägerfolie entfernen und die aufgetragene Markierung mit einer Schicht Klarlack sichern 16

17 17 bis 18: Wie bereits im Washing-Kapitel beschrieben, verwende ich Ölfarben. Bei den Farbtönen, die ich zur Mischung einer Farbpalette von Washes verwende, gehören Schwarz, Raw Umber (ungebrannte Umbra) und Naples Yellow (Neapelgelb). Ich bin nicht sehr zimperlich im Umgang mit Ölfarben. Ganz grundsätzlich gilt hier wie auch anderswo, wenn nötig, einfach entfernen

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19 Jetzt ist das vertikale Weathering mit Acrylfarben an der Reihe. Ich verwende dabei eine Auswahl von bräunlichen Farbtönen, die sehr stark verdünnt werden. Denn merke: Die besten Effekte erzielt man immer durch den Auftrag von lasierenden/transparenten Farbschichten

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20 bis 23: Bei einem Panzer wie diesem ist die Auspuffanlage ein wahrer Blickfang, den es besonders herauszuarbeiten gilt. Hier nun die Arbeitsschritte: • Einige oberflächliche Chippings mit Hellgrau auftragen • Stellen, in denen sich der Rost besonders tief eingefressen hat, mit Vallejos 70822 auftragen • Auspuffrohre mit Filtern aus Ölfarben versehen, wobei man helle Rosttöne verwenden sollte. • Die oberen Bereiche der Schalldämpfer und der Auspuffrohre mit Filtern aus Ölfarben versehen, wobei man hier dunklere Rosttöne verwenden sollte

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24 bis 25: Pigmente auf den horizontalen Flächen des Panzers aber nicht auf den Kettenabdeckungen auftragen. So erhält man einen attraktiven Kontrast zwischen beiden benachbarten Flächen. Verwenden Sie mehrere Pigmentschattierungen, um ein attraktives Aussehen zu erzeugen. Fixieren Sie sie mit Tamiyas Acrylverdünner X-20a. Entfernen Sie einen Teil der Pigmente mit einem Q-Tipp oder Baumwollläppchen, um Oberflächen zu simulieren, die beispielsweise durch die Stiefel der Panzerbesatzung oder anderer Gegenstände „blank“gewetzt werden

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26 Mud in a Pot von Reality in Scale ist im Maßstab 1:48 einfach unschlagbar dank seiner feinen Struktur. Die Dichte des Medium ist optimal. Ich bringe Mud in a Pot mit einem steifen Pinsel direkt in das Laufwerk ein. Aber auch hier gilt, weniger ist mehr! 28

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27 Nun ist es Zeit, die Ketten zu verschmutzen. Auch hier bitte aufgrund der Vinylketten unbedingt auf Öl- und Enamelfarben verzichten

Bei den abschließenden Verfeinerungen verwende ich das hervorragende Steel Pigment von AK interactive. Um die blank gescheuerten Stellen der Ketten oder anderer Fahrzeugflächen, die unter anderem durch die Crew selbst abgewetzt werden, zu erzeugen, tragen Sie das Steel Pigment mit den Fingern, QTipps oder Baumwollläppchen auf

Schließlich einige Bilder des fertig bemalten Modells. Die Werkzeuge und das Ladegut habe ich mit Acrylfarben bemalt. An der ein oder anderen Stelle vervollkommnen noch weitere dezent aufgetragene Weatheringtechniken die abschließende Optik. Ich gehe dabei immer so weit, bis mein Auge zufrieden gestellt ist

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Einfarbanstriche

BT-7 von Tamiya im Maßstab 1:35

Die grüne Betka Möglichst einfach, möglichst schlicht – dieses Prinzip galt in der Sowjetunion auch für die Tarnanstriche der Panzer. So waren etwa einfarbig mit 4BO lackierte Fahrzeuge sehr weit verbreitet. Stellvertretend dafür möchten wir die Bemalung des BT-7, dessen Kosenamen Betka sich aus dem Acronym BT (schnellfahrender Panzer) ableitet, demonstrieren

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3 1 bis 3: Tamiya gehört zu meinen Lieblings-Modellbaumarken. Ein Grund dafür ist, dass die Passgenauigkeit der Teile sprichwörtlich ist. Und obwohl einige Modellbauer die Vereinfachungen kritisieren, die Tamiya zugunsten der leichteren Baubarkeit vornimmt, so legt dieser Hersteller damit den Grundstein dafür, dass die Modellbauer ihre Werke auch vollenden. Man schafft zugleich eine hervorragende Ausgangsbasis für superdetaillierte und aufgewertete Modelle

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4 Wenn man erst einmal das Modell gebaut hat, sollte man die Hauptbaugruppen trennen (man sollte sie natürlich nicht zuvor miteinander verklebt haben), um sie so einfacher bei der Bemalung handhaben zu können

5 Um die Lackierung der exzellenten Kettenabdeckungen von Voyager im weiteren Verlauf der Bemalung zu schützen, ist es erforderlich, diese mit einer Schicht Metal Primer von Gunze/Mr. Hobby zu überziehen. Dieser Primer sorgt dafür, dass die Farbe beim kommenden Weathering nicht einfach abblättert

Ist erst einmal die Metallgrundierung durchgetrocknet, trage ich Tamiyas Primer auf dem gesamten Panzer auf. Denken Sie immer daran, die Fahrzeugoberflächen von Verschmutzungen sorgfältig vor dem Auftrag der ersten Farbschicht aber auch vor dem Auftrag jeder weiteren Farbschicht zu reinigen. Diese müssen absolut eben und frei von Verschmutzungen sein, damit die Haftfähigkeit und das Lackierergebnis optimal sind

6 Für das grundlegende Preshading verwenden Sie das dunkelgraue Mix 4. Denn das russische 4BO ist ein recht intensiver Farbton und daher funktioniert an dieser Stelle Mix 4 in der Schwarz-WeißBasis sehr gut. Am Turm habe ich schon ein wenig pre-geweathert. Das habe ich schon mal mit Blick auf zukünftiges Weathering im weiteren Verlauf der Bemalung gemacht, obwohl ich das PreWeathering an dieser Stelle nicht immer in dieser Form anwende. Doch das Schöne an der SchwarzWeiß-Technik ist ja, dass man seine Meinung auch wieder ändern kann, noch während man diese Technik anwendet

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8 8 bis 9: Jetzt gehe ich im Zuge der Erstellung der Schwarz-WeißBasis mit dem Mix 2 den nächsten Schritt. Für die Highlights verwende ich dabei wie gewohnt reines Weiß. Sehen Sie, dass ich mich dazu entschieden habe, …

10 10 bis 11: Warum sollten wir uns damit quälen, herausfinden zu wollen, wie man die perfekte Mischung für russisches 4BO findet, wenn Gunze Sangyo sie doch anbietet? Mr. Color 136 ist der perfekte Farbton für das 4BO des frühen Krieges. …

12 12 bis 14: Nun ist es an der Zeit, alle Details zu highlighten. Dazu eignet sich eine Mischung aus Vallejos Model Color 70833 German Green, 70951 Weiß und 70976 Buff (Gelbbraun, Beige). Es kann schon sein, dass der Kontrast zwischen Grundfarbe und dieser Highlightmischung ein wenig zu stark geraten ist. Aber es ist leichter, diesen Kontrast mit Filtern, Washings oder ähnlichen Methoden abzumildern, als einen stärkeren Kontrast im Laufe der nächsten Arbeitsschritte zu erzeugen. Das gilt übrigens ganz allgemein für jeden Bemalungs- und Weathering-Schritt Kit-Modellbauschule VIII

9 … das vertikale Pre-Weathering am Turm zu verbergen? Dass man noch vor dem Auftrag der Grundfarbe korrigieren, probieren und entscheiden kann, was für das Modell die beste Wahl ist, ist einer der großen Vorteile der Schwarz-Weiß-Technik

11 … Mit dem stark verdünnten Mr. Color 136 tragen wir jetzt die Grundfarbe in transparenten Schichten auf. Will man die Lichter der Schwarz-Weiß-Basis verstärken, mischt man ein wenig Weiß bei. Für Schattierungen kann man sie mit Schwarz abtönen

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15 bis 18: Jetzt können Sie trockenen und schweren Schlamm auf die Wanne auftragen. Ich nutze dafür einen Mix aus texturierter Farbe von Tamiya (Farbton: Light Sand), feinem Sand und etwas Material aus der Natur. Diese Mischung trage ich in …

… unregelmäßiger Form hier und da auf. Dabei versuche ich, das Material an eher unzugänglichen Stellen des unteren Rumpfs zu konzentrieren. Bei diesem Schritt geht es vielmehr um das Auftragen einer Schmutzschichtstruktur als um die konkrete Schlamm-Farbe

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20 19 bis 21: Zur Färbung der Schlammschicht nutze ich eine Kombination aus XF-52 Flat Earth von Tamiya, XF-57 Buff und den dunkelgrauen Mix 4. Man sollte mit den helleren Farbtönen beginnen und sich von dort zu den dunkleren Schattierungen für die verborgen liegenden und schlechter zugänglichen Stellen vorarbeiten 22

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Schlamm trägt man ebenso auf den Rädern auf. Aber hier empfehle ich Mud in a Pot. Bei der Färbung dieses Schmutzes nutze ich die gleichen Schattierungen wie gerade beschrieben bei der Schlammfärbung am Rumpf

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25 23 bis 26: Beginnen Sie immer zuerst mit den oberflächlichen Farbabplatzern und Kratzern. Dafür können Sie den gleichen Farbton wie für das Highlighten verwenden. Für die Tiefen der Lackschadensstelle sowie für tiefere Kratzer sollte auch hier Vallejos 70822 zum Einsatz gelangen. Und für Bereiche mit längeren starken Schrammen auf großen Flächen …

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26 … wende ich das Drybrushing/Trockenmalen an. Ja, Sie haben richtig gehört! Auch diese Technik lebt noch und wird auch weiterbestehen. Schauen Sie sich diese Bilder und Vorbildfotos an! Erkennen Sie unterschiedliche Typen von Abplatzern und Schrammen? Entscheiden Sie sich abhängig von der Position am Fahrzeug für den jeweils am besten geeigneten Schadstellentypus

27 Aufgrund der Intensität des russischen 4BO empfehle ich für das Washing eine Mischung von Raw Umber und Schwarz. Damit unterstreicht man den kühlen, fast schon brutalen Charakter dieses Panzers aus Stalins Arsenal Kit-Modellbauschule VIII

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28 28 bis 30: Nun zu den Ketten. Obwohl es sich bei den Ketten dieses Kits um Plastikketten handelt, bearbeite ich sie wie im vorherigen Kapitel die Vinylketten. Warum das? Ich fürchte, dass die Kettensegmente sehr zart sind und möglicherweise von den aggressiveren Produkten wie Terpentin und Lacquer Thinner (der Verdünner von Tamiya mit der gelben Kappe) in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Daher arbeite ich auch hier überwiegend mit Acrylfarben. Die Farbsets von AK interactive sind genau die richtige Wahl ebenso wie die Metal Cote Lacke von Humbrol. Als Grundfarbe für die Ketten verwende ich Nummer 722 von AK interactive und …

29 … für die Gummiteile der Räder Nummer 720 des gleichen Herstellers. Die Humbrollacke mit den Nummern 27003 und Met 11 wende ich für blankgescheuerte Stellen der Kette an. Hier fallen vor allem die blankgewetzten Führungszähne der Kette ins Auge. Alle Rosteffekte an der Kette und den Laufrollen erzeuge ich mit Hilfe des AK-Rust-Effect-Colors-Sets (AK 551). Wie man hier schön sieht, sollte man die verschiedenen Rostschattierungen stark verdünnt und in einem Zufallsmuster auf die Ketten auftragen. Abschließend noch mit einem weichen Bleistift über die erhabenen Stellen der Ketten reiben. So stellt man die blankgescheuerten Kettenstellen dar, die bei der Fahrt schließlich stetig Grundkontakt haben

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31 bis 33: Im Bereich des Schlamms an der Fahrzeugwanne verwende ich eine ordentliche Menge Pigmente. Die Pigmente trägt man immer auf horizontal liegenden Flächen auf. Man sollte dabei auch darauf achten, dass man Kontraste durch verschiedene Schattierungen unter Einsatz verschiedenfarbiger Pigmente erzeugt. Ich geben Ihnen Recht, wenn Sie das, was Sie auf den Bildern sehen, für ein wenig übertrieben halten, aber ich finde es einfach schön. Fixieren Sie die Pigmente mit Tamiyas X-20a und wiederholen Sie den Prozess so lange, bis Sie den angestrebten finalen Look erzielt haben. Geben Sie dem Verdünner aber stets ausreichend Trocknungszeit (nie weniger als 30 Minuten)

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34 bis 35: Schmiermittel und andere dunkle Effekte wie Feuchtigkeit und verschütteten Treibstoff erzielt man am besten mit Ölfarben, den Freunden des Modellbauers. Eine Mischung aus Schwarz, Asphaltfarbe und einem Tropfen glänzenden Klarlacks ist einfach unschlagbar für diese Aufgabe. Tragen Sie diese vorsichtig und ganz langsam mit einem feinen Pinsel an den gewünschten Stellen auf 36

Jetzt sollte man sich an die Bemalung solcher Teile wie zum Beispiel Ersatzkettengliedern, Werkzeugen, Auspuffanlage und -rohren, Rücklichtern und ähnlichen Dingen mehr machen

Kit-Modellbauschule VIII

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38 37 bis 39: Showtime für die Ölfarben: Werfen Sie noch einmal einen kurzen Blick auf die verwendeten Pinsel. Ja, alle von ihnen werden benötigt. Denn, erinnern Sie sich noch an das Ölfarbenkapitel? Es macht einen Unterschied, ob die Ölfarben auf horizontalen oder vertikalen Flächen verblendet werden. Um abgenutzte und oft gebrauchte Metalloberflächen wiederzugeben, ist der Farbton Sepia sehr geeignet (beispielsweise an den Kanten von Luken, die oft von der Besatzung genutzt werden). Die beschädigte rechte Kettenabdeckung habe ich intensiv mit Ölfarben behandelt, um eine leicht verrostetes Aussehen zu erzielen

39 40 Für das vertikale Weathering verwende ich wiederum wie üblich Acrylfarben. Erkennen Sie an der Papiertuchunterlage, wie stark ich die Farben verdünnt habe? Eigentlich handelt es sich nur noch um mehr oder weniger schmutziges Wasser. Sichtbare Wirkung erzielt man mit dieser Farbbrühe erst mit mehreren Pinselstrichen. Sollten Sie bereits nach einem Pinselstrich Farbauftrag erkennen, so haben Sie die Farbe nicht ausreichend verdünnt. Das Geheimnis dieser Technik liegt darin, dass es ein transparentes Weathering und eben kein opakes ist

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Jedes fertig gestellte Modell ist wie eine gewonnene Schlacht Selbst dann, wenn man mit dem Ergebnis nicht hundertprozentig zufrieden sein sollte

Übung und von den eigenen Fehlern lernen Das sind auch im Modellbau die einzigen Wege, wie man seine eigenen Fähigkeiten verbessern kann

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Einfarbanstriche

Panzerkampfwagen VI Ausf. E Tiger von Dragon in 1:35

Weißer Tiger

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Was wäre ein Modellbaumagazin ohne den legendären Tiger? Obwohl wir uns hier mit einfarbigen Anstrichen beschäftigen, ist dieser zweifarbige grau-weiße Anstrich daher besonders spannend und reizvoll, da beiden Farbtönen zusätzlich bereits in der SchwarzWeiß-Technik eine große Bedeutung zukommt

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2 Nun geht es aufs Ganze: An diesem Tiger-Modell kommen sämtliche, bisher demonstrierten Techniken für eine äußerst anspruchsvolle Bemalung zum Einsatz

Kit-Modellbauschule VIII

1 bis 2: Auf den folgenden Seiten finden Sie eine komplette Schritt-für-Schritt-Bemalungsanleitung eines Tigers mit stark beanspruchter Wintertarnung. Dabei wende ich alle Techniken an, die ich bereits zuvor erklärt habe. Ebenso verrate ich neue Tipps, die ganz spezifisch für dieses Modell anzuwenden sind, und erkläre diese an Ort und Stelle detailliert

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3 Gunze Metal Primer nutze ich für das Metallrohr der Kanone. Diesen pinsle ich auf und lasse ihn gut trocknen, bevor ich den ganzen Panzer mit Tamiyas Surface Primer grundiere. Dabei trage ich den Surface Primer mit der Airbrush auf, nachdem ich ihn „dekantiert“ und in den Airbrushtrichter umgefüllt habe

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7 5 bis 7: Mit dem Mix 2 schaffe ich eine homogene und leicht aufzuhellende Basis für das reine Weiß des Tigers. Das reine Weiß verwende ich natürlich auch, um die besonders exponierten Stellen des Fahrzeugs aufzuhellen

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4 Das Mix 4 trägt zu einem maximalen Tiefeneffekt bei. An dieser Stelle habe ich auf ein weiteres Pre-Weathering verzichtet

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8 Es ist sinnvoll, die Lacke von Schritt zu Schritt zu wechseln. So steigt man beispielsweise von Acryl- auf Enamel-, von Enamel- auf Acryl-, von Acryl- auf Ölfarben beziehungsweise -lacke um. Klarlacke sind die erste Wahl zum Fixieren/Sichern der Resultate

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11 9 bis 17: Das Pre-Weathering; ein unnötiger Schritt? Nein, nicht für mich. Das PreWeathering hilft mir grundsätzlich bei meinen Überlegungen, welche der Weatheringmethoden sich für dieses Modell eignen. Es handelt sich dabei um so etwas wie eine Studie, wie der Tank aussehen könnte. Außerdem stellt es eine gute Fingerübung zum Aufwärmen für die Arbeitsschritte dar, die folgen, sobald die Grundfarbe aufgetragen ist. Wie Sie auf den Bildern sehen, habe ich in diesem Schritt verschiedene Grauschattierungen aufgebracht, die, wenn nötig durch die Grundfarbe durchscheinen. Daher finden Sie eine große chromatische Variationsbreite auf kleinen Flächen, die, wenn man das Modell aus einiger Entfernung betrachtet, perfekt zusammenspielen. Das ist es, was ich eine saturierte beziehungsweise gesättigte Technik nenne. Sie erinnert an die Maltechniken des „Impressionismus“ nur eben auf Militärfahrzeugmodelle angewendet. Die großen Schmutzlachen habe ich, wie auch schon im Schwarz-Weiß-Technik-Kapitel erläutert, mit stark verdünntem Glossy Black von Vallejo erzeugt

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Ein neuer und ganz anderer Bemalungsschritt beginnt an dieser Stelle. Die Tiger der Schweren Panzer-Abteilung 502 waren, folgt man Vorbildfotos, in einer Zweitontarnung lackiert. Aber bevor wir mit der Tarnbemalung weiter fortfahren, müssen wir uns über einige Fragen der Tigerlackierung im vorliegenden Fall Klarheit verschaffen: Der Originalanstrich der Panzer war Panzergrau. Weiß wurde als Wintertarnfarbe später aufgetragen, um den Panzer in der verschneiten Landschaft um Leningrad vor allzu früher Entdeckung durch den Feind zu schützen. Da hätten wir also die solide und sauber aufgetragene Lackierung mit Panzergrau ab Werk, die mit weißer Tarnfarbe, die nicht immer sehr solide war, überdeckt wurde. Auch schwankte die Qualität dieser weißen Farbe sehr. Ebenso wurde der weiße Tarnanstrich längst nicht immer ordnungsgemäß aufgebracht. Daraus ergibt sich, dass die Wahrscheinlichkeit jeder Form von Lackschäden, von Farbab-

weichungen, von Verschleiß und von Fehlern ganz allgemein deutlich größer beim Weiß des Wintertarnanstrichs ist als beim Panzergrau aus der Panzerfabrik. Und all die Arbeiten am Pre-Weathering, die ich zuvor ausgeführt habe, hatten ja genau das eine Ziel, nämlich die Wintertarnung heruntergekommen wirken zu lassen. Genau aus den oben genannten Gründen, möchte ich nämlich an den panzergrauen Stellen nicht mit durchscheinenden Farbschichten arbeiten, die die Schwarz-Weiß-Basis durchscheinen lassen. Nein, mein Panzergrau wird deckend an den Stellen, an denen sich kein Weiß befindet, aufgetragen. Es soll nämlich genau den Kontrast zwischen solidem Werksanstrich, der weniger Beschädigungen aufweist, und stark in Mitleidenschaft gezogenem Wintertarnanstrich liefern. Deshalb habe ich das Panzergrau deckend in Flecken aufgetragen, wie man sie auf den Vorbildfotos erkennen kann

21 18 bis 21: Ein absolut ausschlaggebender Schritt ist der Auftrag der Wintertarnung in Weiß. Und kaum nötig zu erwähnen, kann man an dieser Stelle, falls man nicht sorgfältig arbeitet, alle Mühen der Schwarz-Weiß-Technik und des Pre-Weatherings zunichte machen. Denken Sie immer daran, dass es darum geht, die unterschiedlichen Flächen des Tigers mit einem ramponierten Wintertarnanstrich interessant zu gestalten. Zugegeben, dabei handelt es sich um einen der schwierigsten Effekte, die es nachzuahmen gilt. Da ist er wieder der große Vorteil der SchwarzWeiß-Technik, man kann mit der Grundfarbe – in unserem Fall das in transparenten Schichten hoch verdünnt aufgetragene Weiß – alle Fehler des Pre-Weatherings einfach verbergen. Hier haben Sie noch mal eine Chance, das Finish für das Fahrzeug neu zu bestimmen. Weiße Farbe ist die mit der Airbrush wohl am kompliziertesten aufzutragende Farbe. Prüfen Sie daher immer Ihr verdünntes Farbmix auf einem Stück Papier, bevor sie sich an das Modell begeben. Und denken Sie daran, die Grundfarbe (Wintertarnweiß) auch hier hochverdünnt, wenn nötig, in mehreren transparenten Schichten aufzubringen!

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23 Sehr leicht ist an dieser Stelle das Highlighten von Nieten, Ecken, Kanten und anderen hervorragenden Teilen wie auch zum Beispiel der Werkzeughalterungen. Man bedient sich, wie nicht anders erwartet, eines reinen Weißtons

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24 bis 27: Ein feiner Rundpinsel, ein größerer Flachpinsel, ein Schwämmchen und der Farbton Grau sind eigentlich schon alles, was Sie benötigen, um ein schönes Chipping zu erzeugen. Aufgrund der Einsatzgeschichte eines Panzers leiden jede einzelne Oberfläche und jedes einzelne Teil auf unterschied-

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liche Weise. Ja es bleicht sogar jede einzelne Fläche anders aus. Betrachten Sie aus diesem Grunde Vorbildfotos ganz genau. Identifizieren Sie dadurch die unterschiedlichen Formen und Arten von Abblätterungen und blankgescheuerten Stellen. Denn je unterschiedlicher und zufälliger verteilt sie

wirken, wobei die gewählten Stellen logisch erklärbar sein müssen, desto realistischer wird auch der finale Look wirken. Auch hier bitte immer kleine Flächen nacheinander und gern auch über mehrere Sitzungen verteilt abarbeiten. Die Mühe wird sich lohnen

28 bis 29: Bei CartografDecals handelt es sich um wirklich dünne und hochqualitative Nassschiebebilder, bei denen selbst ich nicht versucht bin, sie durch Abreibemarkierungen zu ersetzen. Nicht vergessen, zuvor ein wenig X-22Klarlack mit der Airbrush auf die Modelloberfläche, wo das Decal platziert werden soll, aufzusprühen. Dann den Klarlack trocknen lassen, das Decal an den richtigen Ort schieben und alles wieder mit dem gleichen Klarlack versiegeln

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30 bis 32: Auch hier ist wieder eine Mischung aus Schwarz und Raw Umber (ungebrannte Umbra) die perfekte Lösung für ein Washing. Und da dieser Panzer in einer humiden und extrem kalten Umgebung seinen Dienst verrichtete, dürfte der meiste Schmutz auf dem Fahrzeug dunkel gewesen sein. Washes sind nicht nur dafür nützlich, Details sauber herauszuarbeiten. Nein, sie sind vielmehr auch ein Teil des Weatherings. Daher nur keine falsche Bescheidenheit an den Tag legen. Machen Sie das „Biest” hier ruhig ordentlich schmutzig. Wie Sie auf den Bildern erkennen können, habe ich die Washes in direkter Nähe zu hervorstechenden Details absichtlich nicht sonderlich gründlich abgewischt

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33 bis 34: Die Ölpunkttechnik hier mal aus der Nähe gezeigt. Beachten Sie die verschiedenen verwendeten Farbtöne, als das wären: Blau, Weiß, Raw Umber und ein wenig Orange in der Nähe der Motorabdeckung. Die weißen Punkte sollen dabei helfen, die Grundfarbe zu betonen. Die dunklen Farbtöne dienen dem Fading- und Schmutzeffekt

d n u e f f i h Sc Meer ... 35

37 35 bis 37: Vallejos texturierte Farbe Dark Earth und Tamiyas XF-72 JGSDF Brown liegen vom Farbton sehr dicht beieinander und sind die perfekten Basisfarben, um einen realistisch wirkenden schweren Schmutz oder Schlamm zu kreieren. Den Anfang macht eine starke Schicht Schlammfarbe, die ich im unteren Rumpfbereich auftrage. Dann folgt reichlich Schlammgemisch, für das ich wie üblich texturierte Farbe mit Sand und feiner Naturstreu mische

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40 38 bis 41: Wenn Rost und Kettenfarbe unter Schlamm verborgen sind, so ist es Zeit- und Geldverschwendung diese mit Produkten wie „Blacken it“ zu brünieren. Zuerst reinigen Sie die Ketten mit Azeton, um jegliche Reste von Fetten und Schmutz zu entfernen. Dann maskieren Sie die inneren blank gescheuerten Bereiche um

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41 die Kettenzähne. Jetzt tragen Sie Schwarz und Rosttöne auf sämtliche nicht maskierte Kettenbereiche auf. Dann entfernen Sie mit Schleifpapier an den Kettenaußenseiten vorsichtig den Farbauftrag von den Kettenstegen, die regelmäßig durch Grundberührung blank gescheuert werden

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42 bis 46: Auch so kann man Auspuffanlagen bemalen, anders als im Vergleich zur beim Char B vorgestellten Methode (ab Seite 54). Wir nutzen hier unter anderem das Produkt Worn effects von AK interactive (siehe Seite 31).

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47 bis 51: Wasserverlaufspuren tragen Sie bitte in feinen Linien mit stark verdünnter Farbe auf. Die dabei verwendeten Farbtöne sollten zu den verwendeten Schlammfarbtönen passen. Alle Weathering-Schritte bisher haben dazu beigetragen, das Modell deutlich abzudunkeln. Daher ist es jetzt an der Zeit, daran zu erinnern, dass wir es eigentlich mit einem weißen Wintertarnanstrich zu tun haben. Daher nehme ich jetzt auch wieder einmal reines Weiß zur Hand und bringe hier und da weiße Punkte und Striche auf. Auch highlighte ich damit wiederum einige Details und erzeuge brandneue Schrammen. All dass trägt dazu bei, den Look des Modells im Auge des Betrachters deutlich zu verbessern

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55 52 bis 56: Die Vorgehensweise bei der Bemalung der Räder ist im Prinzip die gleiche wie beim Rumpf, nur mit geringerer Intensität. Mud in a Pot ist auch hier wieder die beste Wahl, einen schönen feinen Schmutzeffekt zu erzielen. Die Bilder zeigen das Prozedere beim Auftrag dieses hervorragenden Materials

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In diesem letzten entscheidenden Schritt werden wir Pigmente und Washes mischen, um auf dem Panzer ein nasses beziehungsweise feuchtes Erscheinungsbild zu erzeugen. Auf Seiten der Pigmente ist Russian Earth von MIG productions der Hauptdarsteller wohingegen das bei den Ölfarben Raw Umber und Schwarz sind. Denken Sie immer an die Trocknungszeiten!

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58 bis 59: Spritzer sind eine nette Dreingabe. Ich nutze dazu verschiedene Farben und bin immer um Kontraste bemüht. So erzielt man auf dunkleren Zonen mit helleren Spritzern und umgekehrt auf helleren Zonen mit dunkleren Spritzern die besten Ergebnisse. Viele Modellbauer verwenden für diese Technik Enamels. Das gestattet es ihnen, Spritzer, die man so nicht mag, wieder zu entfernen. Doch ich bin da ein wenig skeptisch und vorsichtig, da man schließlich beim Entfernen der ungeliebten Spritzer Gefahr läuft, die vorher aufgebrachten Weathering-Resultate mit abzuwischen. Das ist auch der Grund, warum ich hierbei mit Acrylfarben und zwar genau jenen, die ich bereits für das vertikale Weathering verwendet habe, arbeite. Vergewissern Sie sich, dass der Pinsel bereits „entladen“ ist, bevor Sie mit der Spritzerproduktion beginnen. Denn zuviel Ladung könnte verheerend wirken Kit-Modellbauschule VIII

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Der Tiger ist ein wenn nicht sogar der Klassiker in Modellbauerkreisen. Er ist, wie man hier unschwer erkennen kann, mit seinen vertikalen und großen Flächen zusätzlich noch ein perfektes Trainingsobjekt, um die eigenen Bemalungs- und Weatheringfähigkeiten zu steigern

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Diese Detailansichten beweisen eindrucksvoll die Wirkung der zuvor vorgestellten Bemalungsmethode. Sie können jetzt jeden der erkennbaren Effekte selbst an eigenen Modellen nachahmen

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Am Beispiel dieses leicht gepanzerten Lkw stelle ich Ihnen eine ganz traditionell erstellte, einfarbige Lackierung ohne Schwarz-Weiß-Technik und daher auch ohne Schwarz-Weiß-Basis vor

Einfarbanstriche

M1078 Light Medium Tactical Vehicle von Trumpeter in 1:35

Die gepanzerte Generation 88

1 Ein Lkw ist mit Blick auf die Bemalung ein kompliziertes Fahrzeug. Schließlich sind die meisten Teile sichtbar und dennoch zumeist nicht leicht zugänglich, will man sie im montierten Zustand bemalen. Daher sollte man zu Beginn des Baus gut planen, wie man diese Teile leicht bemalen kann. Grundsätzlich empfiehlt es sich, die meisten Teile separat zu bemalen

Radfahrzeuge sind einerseits sehr attraktiv und andererseits immer noch – im Verhältnis zum echten Leben – im Modellbau unterrepräsentiert. Ein Grund ist sicherlich der hohe Schwierigkeitsgrad – insbesondere bei der Bemalung

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3 2 bis 3: Diesen M1078 von Trumpeter haben meine Freunde Cesar Gonzalez und Hector Mas gebaut. Die Drohne stammt von Luis Casanueva. So konnte ich mich auf die Bemalung konzentrieren Kit-Modellbauschule VIII

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4 Auch hier muss man sämtliche der zahlreichen separaten Teile und Baugruppen grundieren. Verwenden Sie dazu ruhig Ihr Lieblingsprodukt Ihrer Lieblingsmarke. Glätten Sie die Modelloberfläche nach dem Grundierungsauftrag mit feinen Schmirgelutensilien, so dass sie absolut eben beziehungsweise glatt ist. Vergessen Sie auch nach dem Schmirgeln nicht, die bearbeiteten Flächen zu reinigen. Bedenken Sie, dass die Metallflächen der Ver-

kleidungen bei ungepanzerten Fahrzeugen in der Regel, Beschädigungen mal ausgenommen, absolut makellos und glatt sind. Das sollte sich natürlich bei Ihrem Modell genauso verhalten. Also, polieren, polieren und kontrollieren! Das ganze sieht natürlich bei russischen Panzern des Zweiten Weltkriegs ganz anders aus. Deren Oberflächen oft so rau waren, dass zu viel Glätte im Modell wiederum unnatürlich wirken würde

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9 Die Räder und gepanzerten Schürzen der Waffenstation werden ebenfalls zu diesem Zeitpunkt bemalt. Warum? Es ist nämlich notwendig, die verschiedenen Farbtöne des Fahrzeugs zu studieren. Geben Sie Ihren Augen ein wenig Zeit, sich an diese zu gewöhnen und suchen dann einen Weg, wie man sie am besten in die angestrebte finale Optik des Modells integrieren kann

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5 bis 8: Ich habe ja bereits angekündigt, dass ich bei diesem einfarbigen Anstrich auf die Schwarz-Weiß-Technik verzichte. Ich bemale diesen M1078 mit zenitalen Effekten, wozu ich ein wenig Weiß in die Grundfarbe gebe, um einige Flächen im oberen Bereich des Fahrzeugs, die besonders dem Licht ausgesetzt sind, so aufzuhellen, als ob sie das besagte einfallende Licht reflektierten. Die Grundfarbe wiederum ist eine Tamiya-Farbenmischung aus Desert Yellow XF-59, Buff XF-57 und White XF2, die ich mit zusätzlicher Weißbeimischung zum Highlighten nutze

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10 10 bis 13: Sofern man nicht die Türen zur Fahrerkabine geöffnet darstellt, ist eine mit größter Sorgfalt ausgeführte Bemalung von Details im Kabineninnenraum reine Zeitverschwendung. Wie die Bilder belegen, habe ich die Kabinenbemalung sehr spartanisch gehalten. Ich habe lediglich einige helle Farbakzente eingefügt, die man auch leicht von außerhalb der Kabine erkennen kann. Die blaue Sporttasche, die helle Plane hinter dem Fahrersitz sowie auch der Helm sind Elemente, die das Kabineninnere von außen betrachtet nochmals deutlich aufwerten und Attraktivität vermitteln. Die Windschutzscheibe kleben Sie bitte mit Hilfe von Weißleim ein und schlie-

ßen so das Cockpit. Leider ergeben sich beim Schließen des Cockpits aufgrund von Passproblemen hässliche Lücken. So musste ich die Lücken mit Acryl-Spachtelmasse von Vallejo, die den Vorteil hat, die angrenzende Bemalung nicht zu beschädigen, füllen. Daran anschließend ist dann noch mal die Kabinenrückwand zu bemalen. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass man die Fenster nicht aufwendig maskieren muss, wenn man in dieser Reihenfolge vorgeht. Denn Fehler beim Maskieren können die „Glasteile“ verschmutzen wenn nicht sogar nachhaltig beschädigen. Aber für welche Vorgehensweise man sich entscheidet, ist reine Geschmackssache.

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17 14 bis 17: Nachschubfahrzeuge, wie zum Beispiel dieser M1078, werden naturgemäß stark beansprucht, was sich auch schnell am äußeren Zustand in Form von Schäden und Verschmutzungen ablesen lässt. Um dem Rechnung zu tragen, kann man ein gründliches Chipping vornehmen. Dazu nutzen wir einen feinen Pinsel, ein kleines Stück Schwamm und einen etwas kräftigeren Pinsel für Dry-

Brush-/ Trockenmalarbeiten. Ein Großteil der Arbeiten konzentriert sich auf die Ladepritsche. Wenn das Chipping soweit abgeschlossen ist, versiegelt man die Arbeitsergebnisse mit einer starken Schicht Tamiya-Clear-Klarlack. Der Boden der Ladepritsche erhält im Folgenden noch eine weitere intensive Behandlung, da er besonders beansprucht wird und hier ein Chipping einfach nicht ausreicht

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Die zahlreichen Decals trägt man unter Zuhilfenahme von Micro Set und Micro Sol auf und schützt sie im Anschluss mit einer Schicht Tamiya Clear

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20 bis 23: Plant man die Pritsche vollständig zu beladen, so ist eine aufwendige Bodenbearbeitung, wie hier gezeigt, Zeitverschwendung. Schließlich sieht man von der Pracht im Anschluss ja nichts mehr. Und obwohl unserem M1078 ein ähnliches Schicksal wiederfährt, will ich zeigen, wie man grundsätzlich den Pritschenboden bearbeitet. Dieser ist, wie bereits zuvor erwähnt, den allergrößten Belastungen, die sich negativ auf sein Äußeres auswirken, ausgesetzt. So wird er von allerlei Dingen verdreckt, Ladung wird auf ihm hin- und hergeschoben …

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Für das Washing nutzen wir ein Raw-Umber-Ölfarbenwash, das wir auf dem gesamten Truck aufbringen

… oder rutscht während der Fahrt. Er muss Stöße und Schläge einstecken. So sieht der Boden so mancher Ladepritsche bald wie ein Saustall aus. Um diesen Zustand realistisch wiederzugeben, nutze ich verschiedene feine Acrylfarbschichten und dass Heavy Chipping Acrylic Fluid von AK interactive. Mit dem Chipping Fluid arbeite ich wie bei der Haarspraytechnik. Die Bilder zeigen die verschiedenen Stadien der Technik. Mit dem Heavy Chipping Fluid lassen sich passend große Schrammen, Macken und Farbabblätterungen erzielen

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24 bis 27: Die Bilder zeigen, wie komplex ich die unteren Partien bemalt habe. Zunächst trage ich dazu eine Mischung aus XF-72 JGSDF Brown und XF-57 Buff von Tamiya in einem Zufallsmuster auf. Versuchen Sie gar nicht erst, diese unteren Fahrzeugpartien zu gleichmäßig zu lackieren, da das Ergebnis ansonsten alles andere als interessant wäre. Lackieren Sie alles auf der Unterseite mit verschiedenen Schattierungen der genannten Farbmischung. Dann tragen Sie ein derbes Washing mit Raw Umber auf. Versuchen Sie das Wash an den Stellen besonders intensiv aufzutragen, die üblicherweise durch Treibstoff und Schmierstoffe verschmutzt sind. Dann setzte ich Pigmente ein, …

… um eine Farbstruktur auf die Unterseite aufzutragen. Ich setze hier deshalb keine der bisher genannten strukturierten Farben auf der Unterseite ein, da ich lediglich eine feine trockene Schmutzschicht erzielen möchte. Wie üblich fixiere ich die Pigmente mit Tamiya-Verdünner. Und abschließend trage ich mit einem sehr feinen Pinsel ganz kontrolliert nochmals Washes auf, wo es mir sinnvoll erscheint. Unglücklicherweise sind, steht der Truck erst einmal auf seinen eigenen Beinen, die meisten dieser aufwendig erzielten Effekte dem Auge entzogen. Aber wie sagen wir Modellbauer häufig so schön: „Ich weiß, was ich da alles gemacht habe, auch wenn ich es nicht mehr sehe.”

28 Nur noch ein wenig vertikales Weathering als abschließenden Schritt der Mikrobemalung und voilà, da steht der M1078 im farbenprächtigen Einfarbanstrich

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Die Beladung des M1078 verdeckt zwar die Arbeit, die der Pritschenboden gemacht hat, aber sie belebt den Truck ungemein. Das gilt eigentlich für Militärfahrzeuge generell. Je mehr Ausrüstungsgegenstände ein Fahrzeug mit sich führt, desto mehr Gelegenheiten ergeben sich für Farbspritzer und andere Blickfänge. So ist hier die Drohne der Star der Lkw-Beladung, die ein zweites Hingucken vieler Betrachter garantiert

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Tiran 5 Tamiya mit Umbausatz von Blast Models in 1:35

In die Wüste geschickt Ein passendes Sinaigrau mit einem Wüstenweathering und Preweathering zu kombinieren, um so einen interessanten Einfarbtarnanstrich zu schaffen, sind die Herausforderungen, die wir gemeinsam am Beispiel eines Tiran 5 meistern werden

Beim Tiran 5 handelt es sich um einen meiner Lieblingspanzer. Dieses Modell habe ich auf der Basis des Tamiya-T55-Bausatzes gebaut. Doch zum Tiran 5 wird dieses Modell erst unter Zuhilfenahme des exzellenten BlastModels-Umbausatzes, Photoätzteilen von eduard, eines gedrehten Kanonenrohrs, Metallrohren für die Maschinengewehre sowie durch die von mir heiß und innig geliebten Friul Metallketten

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Der Materialmix aus Plastik, Resin, Fotoätzteilen, Metallrohren und anderen mehr, den man auf den Rohbaufotos des Tiran-Modells gut erkennt, lässt auf jeden Fall eine Grundierung angeraten erscheinen. Mit Primer kann man die starken Materialkontraste auf der Modelloberfläche homogenisieren. Auf allen Metallteilen sollte man natürlich zuerst Gunzes Metal Primer auftragen und trocknen lassen. Dann kann man Tamiyas Primer mit der Airbrush auf das gesamte Modell aufsprühen

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2 Jetzt nehmen wir uns einmal die Zeit, anhand dieser Bilder den Effekt von vertikalem Lichteinfall auf dem grundierten Modell zu studieren. Schließlich ahmen wir, wenn wir unsere Modelle mit zenitalen Effekten versehen, genau diesen Lichteinfall mit Farben nach. Um das in der Werkstatt nachvollziehen zu können, stellen Sie ihr grundiertes Modell direkt unter eine Lampe und …

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… bewegen sich selbst um das Modell herum. Ändern Sie dabei ihren Blickwinkel ruhig mehrfach. Denn dann werden Sie die Unterschiede der Lichtreflektion an den unterschiedlichen Stellen des Panzers, je nach Winkel aus dem Sie ihn betrachten, gut erkennen können. Und genau das ist der Effekt, den wir mit der Schwarz-Weiß-Basis reproduzieren möchten

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4 3 bis 7: Wir beginnen mit dem typischen Pre-Shading mit XF-1 Schwarz von Tamiya. Dann machen wir uns daran, die Schwarz-WeißBasis zu erarbeiten. Dabei kommen in diesem Fall die Mischungen Mix 1 bis 3 und reines Weiß zum Einsatz. Da die spätere Grundfarbe nicht allzu dunkel ist, muss die Schwarz-Weiß-Basis ebenfalls ein wenig heller ausfallen, um zu starke Kontraste zu vermeiden. Schließlich tragen wir ja über die Schwarz-Weiß-Basis in mehreren durchscheinenden Schichten die Grundfarbe auf. Wenn jetzt aber die Basis zu dunkel beziehungsweise die darüber aufgebrachte Grundfarbe zu zart sein sollte, wird letztere niemals in der Lage sein, als bildbeherrschender Einfarbanstrich zu fungieren. Umgekehrt wäre dann die Basis der optisch dominierende und zugleich störende Faktor. Daraus folgt, dass es unerlässlich ist, bei der Konzeption der Schwarz-Weiß-Basis immer auch das mögliche Zusammenspiel mit der folgenden Grundfarbe zu bedenken

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Die Grundfarbe ist eine Mischung aus XF-49 Khaki und XF-66 Light Grey von Tamiya. Diese habe ich unregelmäßig aufgetragen, um die bereits darunter liegenden Kontraste der Schwarz-Weiß-Basis zu verstärken. Denken Sie daran, die Grundfarbe sehr stark zu verdünnen! Kit-Modellbauschule VIII

Durch Zugabe von ein wenig Weiß zur Grundfarbmischung erhalten wir einen Farbton, mit dem wir extreme Lichter auf den besonders exponierten Stellen des Modells wie zum Beispiel die Kettenabdeckungen, Luken und Kanten wiedergeben

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10 bis 11: Für das Highlighting mit Acrylfarben nutze ich von Vallejo die Farbtöne Russian Highlights (Nummer 329), White (Nummer 70951) und Khaki (Nummer 70988). …

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14 12 bis 15: Das Chipping unterstreicht den Charakter des Tiran 5 als Einsatzfahrzeug im Nahen Osten, hier im Speziellen eines von der israelischen Armee umlackierten Beutepanzers. Auf den Fotos sehen Sie neben eher oberflächlichen Abplatzern auch … 16

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… Dieser Panzer bietet eine Fülle von attraktiven Details, die die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen vermögen. Das bedeutet zwar viel Arbeit, doch die Resultate sind die Mühe wert

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15 … sehr tief reichende Lackschäden. Wie üblich erzeuge ich diese sowohl mit einem sehr feinen Pinsel, einige mit der Dry-BrushTechnik – zu Deutsch Trockenmaltechnik – oder an anderen sich besonders dafür anbietenden Orten mit einem Schwämmchen

Für das Washing verwende ich auf der gesamten Modelloberfläche, den Vertiefungen, Nieten und auf vielen anderen Details mehr ein Wash aus Raw Umber. Auf Fahrzeugen, die in Wüsten oder wüstenähnlichen Umgebungen eingesetzt sind, halte ich die Darstellung von kräftigeren Schatten aufgrund der stärkeren Sonneneinstrahlung im Vergleich zu solchen, die in gemäßigteren Klimaten Dienst tun, für sinnvoll. Denn es gibt dort keine Wolken und der Himmel ist makellos blau mit einer sauberen Atmosphäre. Daher ist der Kontrast zwischen Licht und Schatten besonders intensiv. Noch einmal: Das Washing ist keine Technik, die man nur nutzt, um Details herauszustellen, sondern es ist eine eigenständige Technik innerhalb des Weatherings für Flächen und Details

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17 bis 19: Bei diesem Panzer legen wir großes Augenmerk auf die Decals. Gerade beim Tiran 5 sind sie sehr zahlreich. Leider sind die Tamiya-Nassschiebebilder viel zu dick. Daher verlangen einerseits die Decalqualität und andererseits die zum Teil doch recht rauen Oberflächen des Tiranturms eine besondere Behandlung: • Tragen Sie zunächst eine ordentliche Schicht glänzenden Klarlacks, wie zum Beispiel Tamiyas Clear, auf die Stellen auf, wo sie die Decals platzieren wollen. Lassen Sie diesen gut trocknen. • Mit einem Pinsel bringen Sie dann Micro Set auf der infrage kommenden Stellen auf. • Schneiden Sie die Decals mit einem scharfen Skalpell möglichst genau aus. Nehmen Sie einen Pinsel oder Zahnstocher, um das Decal vom Trägerkarton an die gewünschte Position zu schieben. • Mit einem Papiertaschentuch oder Q-Tipp drücken Sie vorsichtig alle Luftbläschen zwischen Modelloberfläche und Decalträgerfilm weg. Äußerst behutsam vorgehen, damit das Decal nicht bricht! • Sie werden bemerken, dass aufgrund der Stärke der Tamiyadecals sich diese nur schwer an Rundungen beziehungsweise der Form der Modelloberfläche anpassen. Es gibt also wahrnehmbare Zwi-

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20 bis 22: Jetzt sind die Ölfarben an der Reihe. Doch bei diesem Fahrzeug gehe ich nicht nach der üblichen Ölfarbpunktmethode vor. Nein, ich möchte die Ölfarben ganz zielgerichtet in „Mikrozonen“ einsetzen. Wir werden zwei „Mikrozonen“ schaffen, eine um die Auspuffanlage und die andere an treibstoffbefleckten Stellen. • Der Auspuff ist dauerhaft sehr heiß, wenn der Panzer in Bewegung ist oder der Motor läuft. Ist dieser hingegen ausgeschaltet, kühlt der Auspuff langsam aber kontinuierlich stark ab. Mit dem Auspuff zusammen sind ebenso alle direkt daran grenzenden Bereiche diesen erheblichen und wiederkehrenden Temperaturschwankungen ausgesetzt. Genau diese aber sind dafür verantwortlich, dass die Lackierung in jenen Bereichen deutlich schneller als an anderen weniger thermisch beanspruchten Stellen leidet. Daher nutze ich für diese „heißen” Bereiche um die Auspuffanlage herum warme und/oder dunkle Ölfarbtöne wie Rot, Blau, Sepia, Raw Umber und Rostfarben. Diese trage ich in der definierten „Mikrozone heißer Auspuff“ in etwas feineren Punkten als üblich gemäß Ölfarbpunkttechnik auf. Dann gebe ich den Farbpünktchen etwas mehr Trocknungszeit als gewohnt (circa 30 Minuten) und setzte die Technik auf die übliche Art und Weise fort. Wiederholen Sie diesen Prozess so lange, bis Sie Kit-Modellbauschule VIII

19 schenräume zwischen Decal und Modelloberfläche. Auch auf den rauen Turmflächen liegt das Decal nicht überall gleichmäßig auf. Das ist einfach nicht hinnehmbar! Dieses Problem bekommen wir aber mit Micro Sol in den Griff. Tragen Sie dieses vorsichtig in mehreren Schichten mit einem Pinsel auf, bis das Decal fest an der Modelloberfläche anliegt. Micro Sol dünnt den Decalträgerfilm aus. Daher schmiegt sich irgendwann das Decal an Nieten, Ritzen und der rauen Oberfläche von gegossenen Panzertürmen an. Man bringt also Micro Sol mit einem mit diesem Produkt befeuchteten Pinsel auf die Decals auf. Seien Sie sich darüber im Klaren, dass es sich um einen bisweilen langwierigen Prozess handelt, der zumeist mehrfach, manchmal sogar in mehreren Sitzungen, wiederholt werden muss. Seien Sie geduldig! • Wenn das Decal perfekt auf der Modelloberfläche sitzt, dann sollte man es mit einer Schicht Klarlack fixieren. Gerade wenn man Decals mit Mitteln wie Micro Sol, die deren Stabilität schwächen, bearbeitet hat, ist eine schützende Klarlackschicht besonders mit Blick auf die teilweise aggressiven Weatheringprodukte unerlässlich.

22 das gewünschte Ergebnis erzielt haben. Sichern und versiegeln Sie das Resultat mit einer oder auch mehreren Schichten matten Klarlacks. • Die Zonen um die Treibstoffeinfüllstutzen sind oft stark mit verschüttetem Brennstoff verschmutzt. Das ist auf Panzern ein gewohnter Anblick, den man leicht mit den speziell dafür vorgesehenen Produkten von MIG productions, AK interactive, Ammo of Mig und anderen Herstellern im Modell reproduzieren kann. Beim Tiran 5 nutze ich den Ölfarbton Asphalt und mische ihn mit ein wenig glänzendem Klarlack. Zusätzlich erstelle ich auf Basis dieser Mischung durch Zugabe unterschiedlicher Mengen schwarzer Ölfarbe noch mehrere Schattierungen. Jetzt einfach kleinste Tropfen dieser Mischungen an die dafür vorgesehenen Stellen träufeln und durch Überlagerungen und Überlappungen den Effekt optimieren. In der „Mikrozone Treibstoff“ erzielt man durch Zugabe einer geringen Menge hellbrauner Pigmente, die man der zuvor erzeugten „Brennstoffölfarbmischung“ hinzufügt, einen schönen Effekt. Einfach diese Masse in den Randbereichen der Betriebsstoffverschmutzungen auftragen. So gibt man realistisch die Textur von mit Sand, Staub und Schmutz verunreinigten und teigig gewordenen Treibstoffablagerungen wieder

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27 24 23 bis 24: Die geringen Ablagerungen von Dreck und Schmutz an Fahrzeugen, die in Wüstengebieten eingesetzt werden, kann man perfekt mit Mud in a Pot direkt aus dem Fläschchen auftragen. Die Körnung ist für diesen Maßstab perfekt. Dann erst tragen wir auf diese Textur die Farbe XF-78 Wooden Deck Tan von Tamiya auf. Die Grundreihenfolge ist wichtig: zuerst die Textur erzeugen, um dann den passenden Farbton aufzutragen

25 Die Ketten dieses Panzers bleiben für den Betrachter sehr gut sichtbar. Ebenso gibt es keinen Schlamm, der sie bedecken könnte. Lediglich ein wenig Staub hat sich auf sie gelegt. Daher brüniere ich die Ketten mit Blacken it. Für den Staub nutze ich einfach Pigmentpulver

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28 26 bis 28: Jetzt habe ich eine feine Lage Staub mit der Airbrush auf die Modelloberfläche gezaubert. Man sollte den Farbton für den Staub sorgfältig auswählen. Und dabei bitte sich nicht nur vom realistischen Standpunkt, sondern auch von ästhetischen Gesichtspunkten leiten lassen. Denn manchmal wirkt Realismus einfach nur hässlich. Stellen Sie sich einen noch makellosen Panzer IV in Dunkelgelb vor. Würden Sie einfach eine Lage Staub drüber lackieren? Denn heller Staub mag auf Panzergrau und Olive Drab gut aussehen, aber auf hellen Farbtönen kann er Ihre Arbeit ruinieren. Die Kombination aus hellem Staub auf hellen Farbtönen kann

Verschiedene Schattierungen bräunlicher Pigmente sollte man am Panzer auftragen, um für die nötige Tiefe von Nischen und verborgen liegender Stellen zu sorgen. Wie üblich fixiere ich die Pigmente an Ort und Stelle mit Zuhilfenahme von Tamiyas X-20A

verwirren. Handelt es sich nun um Dreck, Staub oder doch nur ein fehlgeschlagenes Highlighting? Daher verwende ich beim Tiran eine Mischung aus Buff und Earth von Tamiya. Diese habe ich nur auf horizontalen und rauen geneigten Flächen aufgetragen. Ich habe den Panzer zunächst maskiert, um zu vermeiden, dass sich Staub an unlogischen Stellen ablagert. Wüstenstaub haftet nicht besonders und hat deshalb an vertikalen und glatten geneigten Flächen nichts zu suchen. Diese sollte man also maskieren. Denn ein staubiger Panzer ist nicht einfach ein Panzer voll von Staub, sondern er weist nur dort Staub auf, wo dieser auch Sinn macht! 30

31 30 bis 31: Den letzten Pfiff erzielt man mit einem feinen vertikalen Acrylfarben-Weathering. Beim Tiran 5 konzentriere ich die Effekte des vertikalen Weatherings im Bereich des Turms und der frontalen Panzerplatte

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Schwarz-Weiß-Technik Sie erleichtert es, diese komplexe einfarbige Tarnbemalung mit dem Sinaigrau zu erzielen

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Nachwort Mit diesem Magazin ist ein persönlicher Traum wahr geworden. Auch wenn ich mir dessen bewusst bin, dass es immer noch Verbesserungspotenzial an der einen oder anderen Stelle gibt, so freue ich mich über jede Anregung seitens der Leser meines Werks. Ich möchte alle Modellbauer, die mit mir über meine Ideen sprechen und mir Verbesserungsvorschläge sowie Anregungen mitteilen wollen, dazu ermutigen. Bitte kontaktieren Sie mich über meine E-Mailadresse [email protected] An dieser Stelle möchte ich mich auch

bei all den Modellbauern bedanken, die mich im Laufe der vergangenen Jahre darin unterstützt haben, meine eigenen modellbauerischen Fertigkeiten durch ihre intelligente Kritik und ihre interessanten Ansichten auszubauen. Neben meiner Familie gilt mein Dank auch meinen engsten Freunden in der wundervollen Welt des Modellbaus, den Freunden vom Panzetta Korps, AMAC35 und vielen anderen auf dem ganzen Globus. Ich bin euch allen sehr verbunden! Vielen lieben Dank! José Luis López Ruiz

Impressum Die KIT-Modellbauschule ist eine Sonderausgabe der Zeitschrift MODELLFAN.

Redaktionsanschrift: Infanteriestr. 11a, 80797 München Tel. +49 (0) 89.130699.720, Fax +49 (0) 89.130699.700, E-Mail: [email protected] Chefredakteur: Markus Wunderlich Redaktion: Berthold Tacke Übersetzung: Berthold Tacke Druck: PHOENIX PRINT, Würzburg

Verlag: GeraMond Verlag GmbH, Infanteriestr. 11a, D-80797 München, www.geramond.de Geschäftsführung: Clemens Hahn Einzelpreis: (D) € 9,90, (A) € 10,90, sFr. (CH) 19,80 (BeNeLux) € 11,40 Bestellnummer: 45936 ISBN 978-3-86245-936-0

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Dieses Heft ist eine Lizenzausgabe von „Painting Guide for AFV of World War Two and modern era“ © 2014 Histoire & Collections. Modelle, Text und Bilder: José Luis López Ruiz © 2015 by GeraMond Verlag. Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Durch Annahme eines Manuskripts erwirbt der Verlag das ausschließliche Recht zur Veröffentlichung. Für unverlangt eingesandte Fotos und Manuskripte wird keine Haftung übernommen. Gerichtsstand ist München. Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt: Berthold Tacke; verantwortlich für die Anzeigen: Thomas Perskowitz, alle: Infanteriestraße 11a, 80797 München. Dieses Heft enthält historische Abbildungen aus der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur, sie können Hakenkreuze oder andere verfassungsfeindliche Symbole beinhalten. Soweit solche Fotos in diesem Heft veröffentlicht werden, dienen sie zur Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens und dokumentieren die militärhistorische und wissenschaftliche Forschung. Diese Publikation befindet sich damit im Einklang mit der Rechtslage in der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere § 86 (3) StGB. Wer solche Abbildungen aus diesem Heft kopiert und sie propagandistisch im Sinne von § 86 und § 86a StGB verwendet, macht sich strafbar! Redaktion und Verlag distanzieren sich ausdrücklich von jeglicher nationalsozialistischer Gesinnung.

Berthold Tacke Redakteur und Übersetzer des vorliegenden Bandes 8 der Kit-Modellbauschule: Es ist immer wieder beeindruckend, wenn man auf Modellbauer mit echter Innovationskraft trifft. Das gilt in diesem Fall auch in besonderem Maß für Jóse Luis López Ruiz. Als ich ihn im vergangenen Jahr kennenlernen durfte, traf ich einen von seiner „Mission“ begeisterten Modellbauer. Es war eine Freude zu sehen, mit welchem Elan er sich in sein Spezialthema „Militärfahrzeugbemalung“ stürzte. So war schnell klar, dass ich mir seine Arbeit zum Thema Schwarz-Weiß-Technik genau anschauen würde. Und von da bis zur Entscheidung, es in unsere Reihe der Kit-Modellbauschule aufzunehmen, war es nicht mehr sehr weit. Ich sehe in der Schwarz-Weiß-Technik einen Ansatz der Vereinfachung auf dem Gebiet der Bemalung von einfarbig lackierten Militärfahrzeugen. Lässt man sich einmal auf die von José Luis propagierte Grundidee ein, und gibt sich ein wenig Zeit, diese Lackiertechnik zu üben, so bin ich mir sicher, dass Sie einen Teil Ihres Hobbys neu entdecken werden. Viel Spaß auf Ihrer persönlichen Entdeckungstour durch die Bemaltechniken meines Modellbaufreundes José Luis López Ruiz wünscht Ihnen Ihr Berthold Tacke

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